Martin Rzeszut
Waldpädagogik und Musik
Waldpädagogik ist nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf jetzt wieder zum Leben erweckt worden. Elementare Erziehung des Kindes zu einem guten Verhältnis zu unserer Naturwelt sorgt für ein positives Lebensgefühl. Doch auch Erwachsene brauchen mitunter wieder die richtige Einstellung zum Wald und seinen Geheimnissen.
Was Ganzheitspädagogen wie z.B. Fröbel bereits im 19.Jahrhundert gedanklich vorbereiteten, was dann mit Reformpädagogik und Arbeitsschulbewegung während der1920iger Jahre (etwa durch den Künstler Heinrich Vogeler auf dem Barkenhoff in Worpswede) weiterentwickelt wurde und was letztlich nur durch die alles Freie erwürgende Ideologie des Nationalsozialismus zum erliegen kam, ist heute glücklicherweise wieder Gegenstand zahlreicher und meist ehrenamtlicher Bemühungen: die Waldpädagogik. Ab 1904 gab es bei uns die ersten Waldschulen (Neufert/Charlottenburg, später K.König/Mühlhausen), die bald mit der sog.“Freiluftbewegung” in Zusammenhang gebracht wurden und auch “Freiluftschulen” genannt wurden. In Bielefeld - meiner Heimatstadt - befand sich diesbezüglich ein Zentrum dieser Aktivitäten.
Waldschulen wurden zunächst gegründet, um schwächlichen und unterernährten Kindern aus Industrie-Ballungsräumen (Ruhrgebiet) eine Erholung in der Natur mit gesunder Ernährung zu bieten. Besonders direkt nach dem Ersten Weltkrieg waren diese Waldschulen oder Arbeitsschulen auf Selbstversorgerbasis in vielen Fällen lebensrettend. Kinder lernten Gärtnerarbeit und Gemüseanbau, die Verarbeitung und Zubereitung von Gemüse und lernten durch das tägliche Zusammenarbeiten in der Natur natürlich auch das soziale Miteinander. Schliesslich kamen sie aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands. Die Beschäftigung mit bildener Kunst, Kunsthandwerk oder Musik war neben sportlichen Aktivitäten ebenfalls pädagogische Planung (Beispiel Barkenhoff, Literatur: Walter Hundt, Bei Heinrich Vogeler in Worpswede, 1995 ISBN 3-922516-28-9).
Ebenso - wenn auch nicht mehr auf der Basis der “Kinderlandverschickung” - sind die pädagogischen Zielsetzungen heutiger Waldpädagogik zu sehen: Erziehung zu einem naturnahen Leben, Erwecken von Naturverständnis, das Begreifen biologischer und organischer Prozesse und das Erwecken von Neugier und Lebensfreude. Musik gehört als elementares Bedürfnis des Menschen ebenso dazu wie die Sprache oder das Spiel.
Natürliche Werkstoffe wie Holz, Stein, Knochen, Fell oder Pflanzenteile regen zum Bau einfacher aber recht wirkungsvoller Instrumente an. In Schwingungen versetzte Bäume, Erde, Wasser oder Luft verursachen Klänge. Aus Steinchen werden Rasseln.
Aber auch das “Freiluftmusizieren” mit konventionellen Instrumenten und das Singen und Tanzen gehört genauso zur Waldpädagogik. Musikalische Improvisation in der Gruppe unter Einbeziehung von “natürlichem Hall” und Vogelstimmen und vieles andere mehr lässt sich im Rahmen waldpädagogischer Projekte verwirklichen.
Beispiel Instrumentenbau für die Primarstufe: am Anfang steht die Konzeption eines Musikinstrumentes. Ich habe verschiedene Instrumente aus der ganzen Welt mitgebracht, wir untersuchen die Bestandteile, die Materialien. Wir überlegen, inwieweit Metallteile mit Naturmaterialien (etwa Holz) ersetzbar sind. Wir malen eine Konstruktionszeichnung in den frisch geharkten und geglätteten Sand, alle stehen drumherum. In Arbeitsgruppen sammeln wir Material aus der Natur. Das Herrichten mit Werkzeugen, das Glätten, Schleifen und verbinden usw. kostet sehr viel Zeit. Die Vorstellungen der Kinder machen sehr viel Probieren erforderlich. Die Konstruktion muss geändert werden. Dann kommt die Probe: tönt es oder tönt es nicht? Muss alles noch einmal neu durchdacht, geändert, verbessert werden? Dann kommt die künstlerische Gestaltung an die Reihe: unsere Instrumente werden bemalt, beschnitzt, mit Gräsern umwickelt, mit Pflanzen geschmückt. Dann sitzen wir im Kreis, betrachten unsere Werke - und machen endlich Musik!
Ergebnis eines solchen Werkprojektes wären einfache, optisch ansprechende und musikalisch-technisch manchmal recht effektive Instruente, die Rhythmen und Harmonien erzeugen können und darüber hinaus noch durch eine individuelle Bemalung ihre eigene Prägung erhalten. Kinder merken bei intensiver Beschäftigung mit Instrumentenbau sehr schnell, was machbar ist und was konstruktiv keine Chance hat. Soweit möglich helfe ich bei der Konzeption, dass diese Naturinstrumente, die sich z.B. an musikethnologisch authentische Vorbilder anlehnen, soweit perfektioniert sind, dass ein musikalisches Improvisieren auf einem technisch zwar niedrigen, emotional aber sehr hohen Niveau unter meiner Anleitung stattfinden kann.
Diesbezüglich lade ich auch sehr gern Wald-Pädagogen in die Musikwerkstatt ein, um entweder in von mir vorbereiteten Werkstattkursen oder einfach im Werkstatt-Gespräch sich musikalisch-physikalkisches Grundwissen aufzubauen oder auch konzeptionell und handwerklich sich mit dem Bau von Musikinstrumenten aus Waldmaterialien zu befassen. Die Lage der Musikwerkstatt Rzeszut am Viehburger Gehölz ist dazu optimal.
Ich verfüge über ein recht grosses Repertoire von Ideen, die sich werkmässig sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen verwirklichen lassen. Werkzeuge bringe ich mit, Material wird gemeinsam in Exkursionen gesucht und “geerntet”.
Auch interessant für die Waldpädagogik wären meine Perkussionworkshops oder instrumentale Improvisation im Freien.
Waldpädagogik ist nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf jetzt wieder zum Leben erweckt worden. Elementare Erziehung des Kindes zu einem guten Verhältnis zu unserer Naturwelt sorgt für ein positives Lebensgefühl. Doch auch Erwachsene brauchen mitunter wieder die richtige Einstellung zum Wald und seinen Geheimnissen.
Was Ganzheitspädagogen wie z.B. Fröbel bereits im 19.Jahrhundert gedanklich vorbereiteten, was dann mit Reformpädagogik und Arbeitsschulbewegung während der1920iger Jahre (etwa durch den Künstler Heinrich Vogeler auf dem Barkenhoff in Worpswede) weiterentwickelt wurde und was letztlich nur durch die alles Freie erwürgende Ideologie des Nationalsozialismus zum erliegen kam, ist heute glücklicherweise wieder Gegenstand zahlreicher und meist ehrenamtlicher Bemühungen: die Waldpädagogik. Ab 1904 gab es bei uns die ersten Waldschulen (Neufert/Charlottenburg, später K.König/Mühlhausen), die bald mit der sog.“Freiluftbewegung” in Zusammenhang gebracht wurden und auch “Freiluftschulen” genannt wurden. In Bielefeld - meiner Heimatstadt - befand sich diesbezüglich ein Zentrum dieser Aktivitäten.
Waldschulen wurden zunächst gegründet, um schwächlichen und unterernährten Kindern aus Industrie-Ballungsräumen (Ruhrgebiet) eine Erholung in der Natur mit gesunder Ernährung zu bieten. Besonders direkt nach dem Ersten Weltkrieg waren diese Waldschulen oder Arbeitsschulen auf Selbstversorgerbasis in vielen Fällen lebensrettend. Kinder lernten Gärtnerarbeit und Gemüseanbau, die Verarbeitung und Zubereitung von Gemüse und lernten durch das tägliche Zusammenarbeiten in der Natur natürlich auch das soziale Miteinander. Schliesslich kamen sie aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands. Die Beschäftigung mit bildener Kunst, Kunsthandwerk oder Musik war neben sportlichen Aktivitäten ebenfalls pädagogische Planung (Beispiel Barkenhoff, Literatur: Walter Hundt, Bei Heinrich Vogeler in Worpswede, 1995 ISBN 3-922516-28-9).
Ebenso - wenn auch nicht mehr auf der Basis der “Kinderlandverschickung” - sind die pädagogischen Zielsetzungen heutiger Waldpädagogik zu sehen: Erziehung zu einem naturnahen Leben, Erwecken von Naturverständnis, das Begreifen biologischer und organischer Prozesse und das Erwecken von Neugier und Lebensfreude. Musik gehört als elementares Bedürfnis des Menschen ebenso dazu wie die Sprache oder das Spiel.
Natürliche Werkstoffe wie Holz, Stein, Knochen, Fell oder Pflanzenteile regen zum Bau einfacher aber recht wirkungsvoller Instrumente an. In Schwingungen versetzte Bäume, Erde, Wasser oder Luft verursachen Klänge. Aus Steinchen werden Rasseln.
Aber auch das “Freiluftmusizieren” mit konventionellen Instrumenten und das Singen und Tanzen gehört genauso zur Waldpädagogik. Musikalische Improvisation in der Gruppe unter Einbeziehung von “natürlichem Hall” und Vogelstimmen und vieles andere mehr lässt sich im Rahmen waldpädagogischer Projekte verwirklichen.
Beispiel Instrumentenbau für die Primarstufe: am Anfang steht die Konzeption eines Musikinstrumentes. Ich habe verschiedene Instrumente aus der ganzen Welt mitgebracht, wir untersuchen die Bestandteile, die Materialien. Wir überlegen, inwieweit Metallteile mit Naturmaterialien (etwa Holz) ersetzbar sind. Wir malen eine Konstruktionszeichnung in den frisch geharkten und geglätteten Sand, alle stehen drumherum. In Arbeitsgruppen sammeln wir Material aus der Natur. Das Herrichten mit Werkzeugen, das Glätten, Schleifen und verbinden usw. kostet sehr viel Zeit. Die Vorstellungen der Kinder machen sehr viel Probieren erforderlich. Die Konstruktion muss geändert werden. Dann kommt die Probe: tönt es oder tönt es nicht? Muss alles noch einmal neu durchdacht, geändert, verbessert werden? Dann kommt die künstlerische Gestaltung an die Reihe: unsere Instrumente werden bemalt, beschnitzt, mit Gräsern umwickelt, mit Pflanzen geschmückt. Dann sitzen wir im Kreis, betrachten unsere Werke - und machen endlich Musik!
Ergebnis eines solchen Werkprojektes wären einfache, optisch ansprechende und musikalisch-technisch manchmal recht effektive Instruente, die Rhythmen und Harmonien erzeugen können und darüber hinaus noch durch eine individuelle Bemalung ihre eigene Prägung erhalten. Kinder merken bei intensiver Beschäftigung mit Instrumentenbau sehr schnell, was machbar ist und was konstruktiv keine Chance hat. Soweit möglich helfe ich bei der Konzeption, dass diese Naturinstrumente, die sich z.B. an musikethnologisch authentische Vorbilder anlehnen, soweit perfektioniert sind, dass ein musikalisches Improvisieren auf einem technisch zwar niedrigen, emotional aber sehr hohen Niveau unter meiner Anleitung stattfinden kann.
Diesbezüglich lade ich auch sehr gern Wald-Pädagogen in die Musikwerkstatt ein, um entweder in von mir vorbereiteten Werkstattkursen oder einfach im Werkstatt-Gespräch sich musikalisch-physikalkisches Grundwissen aufzubauen oder auch konzeptionell und handwerklich sich mit dem Bau von Musikinstrumenten aus Waldmaterialien zu befassen. Die Lage der Musikwerkstatt Rzeszut am Viehburger Gehölz ist dazu optimal.
Ich verfüge über ein recht grosses Repertoire von Ideen, die sich werkmässig sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen verwirklichen lassen. Werkzeuge bringe ich mit, Material wird gemeinsam in Exkursionen gesucht und “geerntet”.
Auch interessant für die Waldpädagogik wären meine Perkussionworkshops oder instrumentale Improvisation im Freien.