Musikwerkstatt Rzeszut

Musikunterricht – Duo Jolka – Das Tönchen!

 

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Martin Rzeszut

PROJEKTSCHULE MUSEUM

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PROJEKTSCHULE MUSEUM ist ein Programm der Initiative Regionalgenossenschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Musikwerkstatt Rzeszut, Kiel. Unterstützt werden wir vom Paritätischen Schleswig-Holstein durch das Projekt “Bürgercoach”.

Uns gibt es seit 2008. PROJEKTSCHULE MUSEUM entstand aus einer Bürgerinitiative zur finanziellen Rettung und Belebung des Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseums. Heute bieten wir mehr und haben unseren Wirkungsbereich deutlich erweitert. Das Freilichtmuseum erscheint uns allerdings weiterhin als hervorragendes und pädagogisch wertvolles Arbeitsfeld.

Unsere Kernthese: sowohl Museum als auch Schule sind beides “Lebensraum” und brauchen mehr und andersartige Zuwendung, als sie bisher und aus traditionellen Gründen bekamen. Schule und Museum sind wertvollste Entwicklungsräume für die nachwachsende Generation. Hier lassen sich Gemeinsinn, soziales Handeln und Mitverantwortung lernen.

Zahlreiche lokale und regionale Museen könnten wichtige Anlaufpunkte für eine umfassende Kultur- und Sozialarbeit vor Ort sein. Sie machen das Alltagsleben früherer Zeiten sichtbar und die regionale Kultur bewusst und deutlich. Sie liefern somit einen wichtigen Beitrag für die regionale Identität und Verwurzelung in einer globalisierten Welt.

Unsere Vision: Menschen aller Alters- und Berufsgruppen bringen sich ehrenamtlich, unabhängig und selbstbestimmt und entsprechend ihrer Interessen, Fähigkeiten und Berufserfahrung als KulturvermittlerInnen in Schule und Museum ein. Das nützt der Schule und hilft dem (etwa wirtschaftlich angeschlagenen und durch Etatkürzung bedrohtem) Museum. Wir als Bürgercoach helfen unterstützend und können uns auch die Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Bürgercoaches vorstellen, die ihrerseits wiedrum PROJEKTSCHULE MUSEUM - letztlich als flexibles Netzwerk geplant - weiterentwickeln würden.

Unsere Aufgaben sehen wir als vielfältig:  zum einen Coaching von Projekten, die im Rahmen des Schulunterrichtes vorbereitet und auf einem Museumsgelände und mit Absprache der Museumspädagogik vor Ort durchgeführt werden sollen. PROJEKTSCHULE MUSEUM würde hier Hilfe besonders in Form von Projektinitiative und fachgerechter Themenaufbereitung bieten und beim Kontakt zur Museumspädagogik behilflich sein. Zum anderen käme Projekt-Beratung in Betracht, wenn die z.B. durch PROJEKTSCHULE MUSEUM vermittelten Fach-Referenten in der Schule aktiv werden sollen.

Unser Ziel ist eine größere Verwurzelung besonders junger Menschen in ihrer Region, und das vornehmlich durch “Selbsttätigwerden”. Wir erhoffen uns nach erfolgreicher Umsetzung unserer Ideen eine erhöhte Sensibilität für Geschichte aber auch allgemein bei Museumsnutzern jeden Alters. PROJEKTSCHULE MUSEUM will die Erweiterung des Blickwinkels: Geschichte ist das Wissen für morgen - die Zukunft kann praktischerweise direkt im Museum als Erkenntnis aus Vergangenem beginnen. Das Museum als pädagogischer Spiel-Raum soll als Rückspiegel, und gleichzeitig als Fenster in eine bessere und selbstbestimmtere Zukunft dienen. PROJEKTSCHULE MUSEUM hilft diesen Weg zu bereiten.

PROJEKTSCHULE MUSEUM hat - was die Denkansätze betrifft - mit der Ganztagsschule konzeptionell vieles gemeinsam: erlebnisorientierter Unterricht, Arbeit mit ausserschulischen Kooperationspartnern, Soziales Lernen, Betonung des Gemeinschaftsgefühls, Schule als Erfahrungs-, Erlebnis- und Begegnungsraum sind Schnittpunkte.  Doch auch der Projektunterricht an jeder anderen Schulart kann von uns profitieren. Gute Projekte lassen sich immer anpassen.

Es geht bei der Arbeit im Rahmen von PROJEKTSCHULE MUSEUM letztlich um nachhaltige Umsetzung regionaler Entwicklungsvorhaben, um Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Stadtteilen wie ländlichen Regionen, um Schaffung von Jobchancen und neuer Modelle im Zusammenwirken von Kunst, Kultur, Bildungsinstitutionen und bürgerschaftlichem Engagement. Kurz: wir haben Ideen zur Verbesserung der Lebensqualität, wollen diese weitergeben und nutzen dafür die traditionell als Bildungsinstitution geprägte und überaus interessante Institution “Museum”.

Alles begann vor 40 Jahren, als Martin Rzeszut ein heruntergekommenes Fachwerkhaus in Westfalen zu einem Museumshaus restaurierte und im Fundament zwischen den Findlingen einen Dechsel (oder Querbeil) aus dem 18. Jahrhundert fand. Seitdem ist er dem Holz, der Archäologie und dem Museum verfallen….

Von 1975 bis 1990 hatte Martin Rzeszut beruflich mit den Themen “Archäologie und Öffentlichkeit”, “praktische Archäologie” und Museumspädagogik zu tun. Heute ist er Musiker und Lehrer, leitet die Musikwerkstatt Rzeszut (Kiel) und ist pädagogisch spezialisiert auf Projektmethode, Arbeitsunterricht (im Sinne von reformpädagogisch geprägter Arbeitsschule), Freinetpädagogik und “entdeckendes Lernen”. Inhaltlich sind seine Stärken: Ur- und Frühgeschichte, Industrie- und Sozialgeschichte, Musikwissenschaft, Öko-Gartenbau und ökologisch nachhaltige Stadtplanung. 

Vor 10 Jahren startete er - angeregt durch entsprechende Aktivitäten im dänischen Freilichtmuseum Hjerl Hede -  die Initiative “Musik ins Museum”: StrassenmusikerInnen wandern in authentischer Kleidung umher, spielen mit Original- Instrumenten original überlieferte Musik, wobei entsprechend der Ausrichtung des jeweiligen Freilichtmuseums ein festgelegter Zeithorizont zu berücksichtigen war. Auf keinen Fall soll nämlich die wissenschaftliche Dimension eines Museums durch einen alles überlagernden “Fun-Effekt” in den Hintergrund gedrückt werden. Nein, es sind ja besonders die wissenschaftlich gesicherten Fakten, die bei einer gelungenen publikumswirksamen Aufbereitung das eigentliche Interessante ausmachen!

Der Versuch, für 2008 ein Folkfestival und Künstlertreffen nach dem Vorbild “Klangrausch” (seit Jahren im niedersächsischen Freilichtmuseum Hösseringen erfolgreich) auch im Kieler Freilichtmuseum Molfsee zu veranstalten, blieb mangels Interesse der Museumsleitung leider ergebnislos.

Als Verfechter von Arbeitsschule und Projektmethode sieht M. Rzeszut eine große Chancen für raumübergreifende Projekte in Schule und Museum. Nicht die vom Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI , Fachtagung des AsKI e.V. am 25. Februar 2005 in Frankfurt am Main dikutierten Fragen: “wie bekomme ich den Lehrer ins Museum?” ...oder “wie bekomme ich den Museumspädagogen in die Schule?” stehen im Vordergrund, sondern wie bereitet eine Gruppe Schüler mit ihren Lehrern an der Ganztagsschule und im Museum interessante Projekte vor, die selbsttätig entwickelt wurden und die nach erfolgreichem Abschluss sogar Teil der museumspädagogischen Arbeit sein könnten?

Anders gesagt: es geht Martin Rzeszut nicht um die Trennung von Schule und Museum, oder die Frage, ob sich Lehrer und Museumspädagoge am richtigen Arbeitsplatz befinden. Es geht ihm vielmehr um die Nutzung der Erkenntnis, dass Museum auch Schule ist und die Schule als “Lebensraum” getreu alter reformpädagogischer Erkenntnis von Schülern, Lehrern und Eltern “empfunden” wird.

Nach jahrelanger Beschäftigung mit der Thematik kam Martin Rzeszut zu der Erkenntnis: Museum ist Lebensraum! Das ist der Kerngedanke.

Facit: eine Schule kann durchaus der Museumspädagogik eines Museums “zuarbeiten”. Erfolgreiche Projekte können wegweisend für weitere Projekte sein. Vorausgesetzt: die Kommunikation aller Beteiligten untereinander ist z.B. nicht von Konkurrenzdenken geprägt sondern von Gemeinsinn und Konsensstreben und damit produktiv.  Die Beteiligten wären nicht nur Schule und Museum, sondern auch u.a. regionales Handwerk, Wirtschaft, Kulturinstitutionen und Bürgerhilfe/Ehrenamt. Und eben Mitarbeiter von PROJEKTSCHULE MUSEUM!

Zum besseren Verständnis unserer Aktivitäten und PROJEKTSCHULE MUSEUM kurz ein Blick auf die Sachlage der Museumslandschaft in Schleswig-Holstein:

“Die Archäologie hört nicht im Jahre 1000 auf!” sagte unlängst Prof. Ulrich Müller vom Institut für Ur- und Frühgeschichte, Kiel. Anlässlich eines Fach-Kolloquiums sprach er über die einseitige Rezeption archäologischer Ergebnisse durch die Wissenschaft und damit zwangsläufig auch über die einseitige Wahrnehmung von Geschichte durch die Bevölkerung in Schleswig-Holstein, denen etwa “Glashütten” oder “Kacheln der Reformationszeit” nicht als archäologische Befunde bewusst seien. Gerade der Rohstoff Glas sei in Schleswig-Holstein von hoher sozialgeschichtlicher Bedeutung, da man zu dessen Gewinnung Holz brauche und die Landesherren während der frühen Neuzeit rund um die Glasmanufakturen unsere Wälder abgeholzt haben.

“Der damalige Eingriff in die Landschaft wäre etwas für Landeshistoriker und Botaniker.” sagt Müller und spricht hier den für die “ganzheitliche” Wissensvermittlung/Faktenvermittlung so wichtigen interdisziplinären Blickwinkel in der Wissenschaft an. Es wäre angebracht, diese Fakten einmal öffentlich zu präsentieren: “Touristisch wäre das eine schicke Sache.” Müller macht für diesen Missstand einmal das (wörtlich)“schwierige Zusammenspiel” zwischen Gebäude- und Bodendenkmalpflege verantwortlich, zum anderen werde sehr auf die Wikinger und Slawen geguckt.”

Aufhorchen lässt auch Müllers Bemerkung zum allgemeinen Interesse an seinem Kolloquium: ” Bedauerlicherweise waren auch keine Vertreter der Museen dabei. Um etwas zu erreichen müssen wir alle an einem Strang ziehen”, meinte er. [Kieler Nachrichten (KN), Januar 2011]

Unsere Vermutung: vielleicht fehlte es auch an Kommunikation oder wahrscheinlicher an geeigneten Kulturvermittlern, deren Arbeit die “Präsentation von Fakten” wäre.

Wir halten erstmal fest: grundsätzlich sind praktisch alle Museen bundesweit bzw. landesweit von finanziellen Kürzungen der Träger oder Geldgeber extrem hart betroffen oder bedroht. Um dem Bildungsauftrag Genüge zu leisten, versucht man zur Zeit mit der Formulierung konkreter Leitbilder die Attraktivität der Museen zu erhöhen. Über die Frage: “Entertainment- oder klassisches Exponatmuseum?” kam man allerdings beim Museumsverband nicht hinaus.

Wir von PROJEKTSCHULE MUSEUM sehen allerdings zwischen Exponatmuseum und totalem Entertainment noch einen praktikablen Mittelweg, nämlich dem Museumsbesucher zu einer neuen und äusserst lebensnahen Perspektive zum Exponat, zu dessen sozialgeschichtlichem Umfeld und zu sich selbst zu verhelfen. Gemeint sind interaktive Aktionen, ohne die eine Belebung von Museen nicht möglich ist. Besucher wollen spielen, teilnehmen, anfühlen, nachvollziehen. Sie wollen eintauchen in alte Zeiten, um die neuen Zeiten informiert anzugehen. Sie wollen das Erlebnis und die Freude.

Der Leiter des neuen Europäischen Hansemuseums in Lübeck Hans Wißkirchen brachte es auf der letzten Herbsttagung des Musesumsverbandes - die 2010 in Kiel stattfand - herrlich kurz formuliert auf den Punkt: die für den Betrieb notwendigen 125 000 Besucher pro Jahr als Benchmark seien ”...nur durch ein interaktives Konzept mit Erlebnischarakter zu realisieren. Der Besucher kann dann frei entscheiden, ob er als Nonne oder Kaufmann durchs Mittelalter gehen möchte.” [KN, 30.Nov.2010,S.8]

Stichwort “interaktives Konzept”: genau darum dreht sich alles bei PROJEKTSCHULE MUSEUM!

Es gibt zahlreiche Formen dieses interaktiven Erlebens: den Viehhirten einer museumseigenen Schafherde kann der 40-jährige Gymnasiallehrer im Urlaub spielen, “der Bauer”, der hinter dem von Pferden gezogen Pflug und in Begleitung eines “Großknechts” geht, könnte eine 14-jährige Schülerin sein. Gemeinschaft und soziales Lernen sind Kernpunkte. Rollenspiel machts möglich. Und das geht auch erfolgreich ohne die reichlich übertrieben nachgestellten Kampfszenerien, wie sie bei Wikinger-,Slawen- oder Mittelalterfesten eingesetzt werden, um zahlende Zuschauer herbeizulocken. Geschichte interaktiv erfahren läuft eher unspektakulär ab, aber eben mit nachhaltiger Freude am Erleben.

Was wir wollen: durch Einbeziehung der Besucher in das museale Geschehen erhöht sich die Identifikation: nicht die unbeteiligte Rezeption, die passive Rolle des Ausstellungsbesuchers und Exponatbetrachters sondern das Selbsterleben einer Rolle führt zu einer spielerischen und aktiven Beschäftigung mit der Vergangenheit. Der “Besucher” wird zum “Nutzer” - und plötzlich bietet das Museum eine spannende Tür in die Zukunft, die man selbst öffnet!

In Kurz-, Mittel- und Langzeitprojekten lassen sich je nach Zeitrahmen und Interessen bzw. Möglichkeiten der TeilnehmerInnen praktisch alle Thematiken des Lebens/ der Sozialgeschichte interaktiv nachvollziehen. Natürlich ist es sehr schwer, sich in die Rolle einer Spinnereiarbeiterin beispielsweise einer Großspinnerei im 19. Jahrhundert per interaktiven Projekt hinzuarbeiten, denn wie bekommen wir für ein solches Großprojekt 100 Arbeiterinnen zusammen, die an voll ausgelasteten Spinnmaschinen eine Woche lang a 14 Stunden arbeiten? Exemplarisch allerdings können BesucherInnen sich im Tuch- und Technik - Museum Neumünster an Maschinen setzen.

Auf der Website des Museums heisst es: “Sehen, hören, fühlen, selbst experimentieren und dabei eigene Fragen entwickeln, dies bietet das Museum Tuch + Technik. Viele interaktive Stationen regen zum Mitmachen und Ausprobieren an. Die direkte Verbindung mit authentischen Objekten ermöglicht handlungsorientiertes und exemplarisches Lernen.” [http://www.tuch-und-technik.de/padagogik.php]

Hiermit sind die Grenzen des interaktiven Erlebens meistens erreicht. Lebensbeschreibungen oder Tagebücher von Arbeiterinnen zu lesen wäre bei diesem Thema dann als Erweiterung angebracht und sicherlich eine Aufgabe von Schule.

Zurück zur Vorgeschichte der PROJEKTSCHULE MUSEUM: 2008 gründeten H.W. Preuhsler und M. Rzeszut zusammen mit entsetzten Bürgern und Anwohnern eine Initiative zur Rettung des finanziell in Schieflage geratenen Freilichtmuseums Molfsee: “Museum Interaktiv”. Man erkannte die stark geschädigte Bausubstanz der Museumshäuser als Herausforderung zur Wiederbelebung nahezu ausgestorbener Handwerksberufe und machte der Museumsleitung Vorschläge zur selbstversorgerischen Nutzung des gesamten Geländes, um fehlende Einnahmen besser kompensieren zu können. Zur Steigerung der Besucherzahlen und Belebung des Museums wurden interaktiv wirksame Projekte erdacht und in kleinen Pilotprojekten mit Museumsbesuchern erfolgreich ausprobiert. Weitere Anregungen wie z.B. die mittels Hörspiel inszenierte Darstellung des Alltagslebens setzte das Museum später selbst in der “Kate Göttsch” gelungen um.

Aus diesen und anderen Erfahrungen - z.B. mit Dorfmuseen - entstand schliesslich die PROJEKTSCHULE MUSEUM als festes Programm der Initiative Regionalgenossenschaft e.V., die sich für gemeinnützige Strukturen wie Regional-, Sozial und Kulturgenossenschaften einsetzt und die auch für genossenschaftlich geprägte Betreiberkonzepte im Museumsbereich Ideen hat. Das Wort “PROJEKTSCHULE”  erinnert nicht ohne Grund an die sog.“Projektschulen” der UNESCO (seit 1953). Wir mögen die damals postulierten Maximen Gemeinsinn, Wertschätzung und Nachhaltigkeit sowie das bis heute bewährte Lehr- und Lernkonzept “Schule als Lebensraum”.

In voller Bezeichnung heisst unser Programm “PROJEKTSCHULE MUSEUM - ökologische Lebensweise und soziales Miteinander in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft”.  Aufgabe dieses offenen und interdisziplinär verstandenen Netzwerkes ist u.a. die Anregung und Durchführung von Referenzprojekten zur Belebung von Museen und die Vernetzung von Stakeholdern/Interessenten in der Region und im musealen Umfeld zwecks besserer Kommunikation miteinander und untereinander. Sowohl interne Stakeholder wie div. Museumsverbände, Museumsmitarbeiter, Museumsleitungen und Museumsbetreiber möchten wir ansprechen als auch externe wie Museumsnutzer, Pächter, Zulieferbetriebe, das regionale Handwerk, kleine und mittelständische Betriebe oder kommunale Strukturen.

Unser Erziehungsziel ist eine größere Verwurzelung besonders junger Menschen in ihrer Region, und das vornehmlich durch “Selbsttätigwerden”. Wir erhoffen uns nach erfolgreicher Umsetzung unserer Ideen eine erhöhte Sensibilität für Geschichte - und das bei MuseumsnutzerInnen jeden Alters. PROJEKTSCHULE MUSEUM will die Erweiterung des Blickwinkels: Geschichte ist das Wissen für morgen - die Zukunft kann praktischerweise direkt im Museum als Erkenntnis aus Vergangenem beginnen. Das Museum als pädagogischer Spiel-Raum soll als Rückspiegel, und gleichzeitig als Fenster in eine bessere und selbstbestimmtere Zukunft dienen. PROJEKTSCHULE MUSEUM hilft diesen Weg zu bereiten.

Es geht bei der Arbeit im Rahmen von PROJEKTSCHULE MUSEUM im weiteren Sinne um eine völlig neue Rolle des Museums - sagen wir mal: das Museum als Bürgertreff. Ferner bemühen wir uns mithilfe unseres Netzwerks um nachhaltige Umsetzung regionaler Entwicklungsvorhaben, um Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Stadtteilen wie ländlichen Regionen, um Schaffung von Jobchancen und neuer Modelle im Zusammenwirken von Kunst, Kultur, Bildungsinstitutionen und bürgerschaftlichem Engagement. Kurz: wir haben Ideen zur Verbesserung der Lebensqualität, wollen diese weitergeben und nutzen dafür die traditionell als Bildungsinstitution geprägte und überaus interessante aber noch erweiterungsfähige Institution “Museum”. 

“I came to see a museum and I found a school.” sagte Leonard R. Bacich, Professor of Design am Pratt Institute N.Y., nach seinem Besuch im Weimarer Bauhaus im Juli 2004. Wir von PROJEKTSCHULE MUSEUM meinen das ebenfalls: jedes Museum ist eine potentielle Schule, das ist nur eine Frage der Einstellung: “Besuchst du noch oder hast du schon Ideen?” 

Um PROJEKTSCHULE MUSEUM langsam und durchweg in ehrenamtlicher Nebentätigkeit aufzubauen, begannen wir mit der Planung und Durchführung von Test- und Pilotprojekten, für welche sozialgeschichtliche Thematiken (Besiedlungsgeschichte), “Gebrauchskultur” (Volksmusik, Hausmusik) sowie “Gesundheit und Ernährung” (Singen und Demenz/Selbstversorgerischer Gartenbau) kennzeichnend sind und die sich wegen unserer persönlicher Interessen und Fachkompetenzen als leicht und schnell umsetzbar erwiesen.

Unseren primären Arbeitsbereich “Museum” dehnten wir dafür allerdings aus: auf der Landesgartenschau in Norderstedt 2011 führten wir eine Modellbauaktion mit Kindern und Jugendlichen durch, die mit zeitspezifischer traditioneller Musik nebst Tanzworkshop gekoppelt war. Es ging dabei um den Nachbau eines typischen Kolonistenhauses, das im Original im Freilichtmuseum Molfsee steht. Das Thema lag nahe: vor 250 Jahren kamen die ersten Kolonisten nach Schleswig-Holstein und ein gründlicherer Blick auf dieses schicksalsträchtige Kapitel unserer regionalen Besiedlungs- und Sozialgeschichte bot sich damit an. Es stellte sich alsbald heraus, dass das Leben der Kolonisten allgemein nicht bekannt ist, obwohl sogar Filme darüber gedreht wurden.

PROJEKTSCHULE MUSEUM versteht sich zur Zeit noch hauptsächlich als Ideen-Werkstatt und Netzwerkzentrum in unserer Region Rendsburg - Eckernförde - Kiel. Es hängt von den weiteren Mitwirkenden ab, inwieweit sich dieses Programm verbreitern und vertiefen lässt, so dass es einmal als bürgerschaftlich geprägte größere Institution wirksam werden kann. Beabsichtigt ist eine solche Erweiterung durchaus.

Doch entsprechend den Regeln der Projektmethode gilt: ein Projekt ist nur so gut wie man es im jeweiligen Team eben durchführen kann. Natürlich sehen wir PROJEKTSCHULE MUSEUM selbst als unser Projekt, das liegt in der Natur der Sache. Denn im Zentrum unserer Bemühungen steht die erlebnispädagogisch geprägte Projektarbeit nach der sog. “Projektmethode”. Dieser “alte Weg zu neuem Lernen” (Karl Frey) hat sich immer dann bewährt, wenn es um die ganzheitliche Sicht der Dinge und Erlebnisorientierung geht. Kurz: wenn man Spaß haben möchte!

Es ist sicherlich klar geworden, dass wir das Fördern der Kooperation von Schule und Museum als wichtigsten Teilbereich unserer Arbeit sehen. Schule und Museum war bisher in Schleswig-Holstein kein großes Thema - anders als etwa in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg. Besonders die Ganztagsschule bietet hier hervorragende Möglichkeiten, da ihr Konzept Projektarbeit begünstigt und das Konzept “Schule als Lebensraum” stützt.

PROJEKTSCHULE MUSEUM hat - was die Denkansätze betrifft - mit der Ganztagsschule konzeptionell vieles gemeinsam: erlebnisorientierter Unterricht, Arbeit mit ausserschulischen Kooperationspartnern, Soziales Lernen, Betonung des Gemeinschaftsgefühls, Schule als Erfahrungs-, Erlebnis- und Begegnungsraum sind Schnittpunkte.  Doch auch Projektunterricht an jeder anderen Schule kann von uns profitieren. Gute Projekte lassen sich immer anpassen.

PROJEKTSCHULE MUSEUM meint grundsätzlich, dass das beste Schülerprojekt jenes ist, dass auch wirklich und möglichst allein von Schülern formuliert und initiiert wird. Der Lehrer sollte im Hintergrund bleiben. Nur dann ist lebendige und aktive Mitarbeit garantiert. Deshalb halten wir nicht viel von “vorgefertigter” Projektarbeit, bei der eine echte Identifizierung mit einer Rolle kaum oder nur bedingt möglich ist: ausser “Kaufmann” oder “Nonne” (s.o.) gibt es selbstredend noch viele andere Möglichkeiten um die Hansezeit interaktiv zu erleben. Unsere Stärken sind: Themenvielfalt aufzeigen und Arbeitswege vorschlagen. Der Arbeitseifer des Projekt-Teams erledigt das Übrige und garantiert meist auch ein gutes Ergebnis.

Unsere Aufgaben bei der Projektarbeit sehen wir als vielfältig: einmal kann es um das Coaching von Projekten gehen, die im Rahmen des Schulunterrichtes vorbereitet und auf einem Museumsgelände - evtl. unterstützt von der dortigen Museumspädagogik - durchgeführt werden sollen. PROJEKTSCHULE MUSEUM würde hier Hilfe besonders in Form von Projektinitiative und fachgerechter Themenaufbereitung im Rahmen der Schule bieten. Zum anderen käme Projekt-Beratung in Betracht, wenn die z.B. durch PROJEKTSCHULE MUSEUM vermittelten Fach-Referenten in der Schule aktiv werden sollen.

Die Öffnung der Schule dem Museum gegenüber scheint uns deshalb der allererste Schritt für eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Beteiligter am Kulturvermittlungsprozess zu sein. Kinder wie Erwachsene brauchen Ideen und Anregungen, um sich “Durchblick” anzueignen und um alsbald dann zügig “ins Tun zu kommen”. Der informierende Museumsbesuch nach dem Motto “weniger ist mehr” sollte also aller Projektarbeit vorausgehen.

Unsere Vision: Menschen aller Alters- und Berufsgruppen bringen sich ehrenamtlich, unabhängig und selbstbestimmt und entsprechend ihrer Interessen, Fähigkeiten und Berufserfahrung als KulturvermittlerInnen ein. Wir - u.a. auch selbst “Bürgercoach” - helfen dabei und können uns sehr gut die Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren “Bürgercoaches”/“Bestagers” vorstellen, die ihrerseits wiedrum PROJEKTSCHULE MUSEUM - letztlich als flexibles Netzwerk geplant - weiterentwickeln würden.

Stichwort “Bestagers”: vor allem sind wir auf der Suche nach jenen lebenserfahrenen älteren Menschen, die nach vielen Jahren erfüllter Berufstätigkeit Lust verspüren, wieder wirksam zu werden: zählen tut hier neben fachlicher Kompetenz vor allem die Lebenserfahrung.  Einem Gartenprojekt beispielsweise ohne alten erfahrenen Gärtner fehlt die Authentizität. Der “Hintergrundlehrer” ersetzt fehlende pädagogische Erfahrung und übersetzt die Worte des Gärtners. Es kommt immer auf die gelungene Zusammensetzung eines Projekt-Teams an. Im Idealfall ergänzen sich alle. Die beste Qualifikation ist langjährig begeisterte berufliche Tätigkeit!

PROJEKTSCHULE MUSEUM dient Museen und Kulturinstanzen allerdings keinesfalls damit, reguläre durch Arbeitsverträge gesicherte Beschäftigung mit ehrenamtlichen Kräften einzusparen. Jedes Freilichtmuseum lässt sich beispielsweise auch mit einem Minimum an Ehrenamtlichen betreiben, wenn die Personalkosten für Museumsleitung und Verwaltung nicht höher sind als die Personalkosten jener Festangestellten, die direkt, professionell und praktisch mit den Museumsnutzern arbeiten. Politisch gewollte Kürzungen im Kulturbereich stoßen zwar meist auf die geringste Gegenwehr, dürfen aber keinesfalls durch verstärkten Einsatz von Ehrenamt kompensiert oder gar forciert werden.

PROJEKTSCHULE MUSEUM will Wiedereingliederungsprojekte unterstützen und arbeitet gern mit Jugendverbänden und Jugendselbsthilfeorganisationen (z.B. den Guttemplern) zusammen. Arbeitsloseninitiativen gegenüber sind wir natürlich offen. Der weite Blickwinkel bei PROJEKTSCHULE MUSEUM kann neue Perspektiven aufzeigen und etwa durch das direkte Kennenlernen von Handwerks- oder anderen Berufen auch manchem aus der Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung heraushelfen.

Wir suchen nun Ehrenamtliche oder Bürgercoaches, die uns unterstützen möchten und vielleicht am Ausdenken neuer Themen, an der Durchführung bzw. Begleitung von Projekten Spaß haben oder sich etwa durch vieljährige Berufserfahrung oder Lebenserfahrung für kompetent genug halten, auf ihre Art am “Netzwerk Schule und Museum” mitzuwirken. Auch suchen wir Multiplikatoren, die für PROJEKTSCHULE MUSEUM werben oder die auch im Rahmen von Initiative Regionalgenossenschaft e.V. in anderer Weise aktiv werden möchten.

Dienstleistungen bieten wir schon jetzt an: Projektideen für Schulfreizeiten, Klassenreisen und Wandertage.  PROJEKTSCHULE MUSEUM kann bereits Akteure und Spezialisten vermitteln, die z.B. an Ganztagsschulen ihr Fachgebiet vorstellen oder Schulprojekte initieren oder begleiten könnten. Darüber hinaus bieten wir selbst Vorträge über Projektmethode, Arbeitsschule, Schulgärten oder über unsere Erfahrungen mit interaktiven Museumsprojekten an. Auch ein Kleinprojekt bieten wir an, das sich mit einem Museumsbesuch kombinieren lässt: “Modellbau eines Kolonistenhauses von 1764 mit Blick in die damalige Sozialgeschichte unserer Region”.

Wir sind grundsätzlich interessiert an Kontakten, Zusammenarbeit und Austausch mit Schulen, Museumspädagogen,  Kulturvermittlern oder Kulturpädagogen. Ebenso an interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Lehre und Forschung an den Universitäten.  Auch interessiert uns die Kooperation mit Handel, Handwerk, Stadt, Land und Gemeinde sowie mit Vertretern regionaler Strukturen. Besonders angesichts dieser Bandbreite zeigt sich die Stärke ehrenamtlicher Arbeit. Daher sind wir an Effizienz klar den von Gewinnmaximierung gezeichneten oder durch Sparmaßnahmen behinderten öffentlichen oder privatwirtschaftlichen Strukturen überlegen. Auch arbeiten wir politisch neutral und überparteilich, was schnellere und bessere Ergebnisse bringt.

Neue Aktionen interaktiver Art sind für 2012 geplant, für die wir schon jetzt ehrenamtlich Mitwirkende suchen:  “Das Armenwesen im 19. und 20. Jahrhundert, illustriert am Armenhaus in Molfsee (Modellbau)”, “Schulgärten in Vergangenheit und Gegenwart - schmackhafte Konzepte für gesunde Ernährung” und Informationen und Aktionen zu den Themen “Hausmusik” und “Musik ins Museum!”

Ein wenig Zukunftsmusik: PROJEKTSCHULE MUSEUM wäre z.B. als größerer Verein oder als Kulturgenossenschaft durchaus in der Lage, einmal selbst Museen zu betreiben, zum anderen beispielsweise “Projekt-Museen” neu zu gründen, die mit dem traditionellen Begriff von Museum weniger zu tun haben. Beispiel: leerstehende Fabrikgebäude oder leerstehende Kirchen werden gemeinschaftlich gekauft oder gepachtet, Künstler- und Kulturarbeiter errichten dort ihre Werkstätten und größerer überdachter und auch freier Raum steht Schulen, Jugend- und Bildungsorganisationen für freie Projektarbeit zur Verfügung. Kombiniert mit generationenübergreifender Wohnstruktur hätten wir alle Voraussetzungen für eine reformpädagogisch motivierte “Arbeitsschule”, die in der Region auch als ideales Kulturzentrum und “Bürgertreff” hohes kommunikatives Potential hätte.

PROJEKTSCHULE MUSEUM sucht Menschen, für die “bürgerschaftliches Engagement” keine leere Floskel ist und die sich gemäß ihrer Fähigkeiten und Möglichkeuten einbringen können! Zahlreiche lokale und regionale Museen könnten wichtige Anlaufpunkte für eine umfassende Kultur- und Sozialarbeit vor Ort werden. Sie machen das Alltagsleben früherer Zeiten sichtbar und die regionale Kultur bewusst und deutlich. Sie liefern somit einen wichtigen Beitrag für die regionale Identität und Verwurzelung in einer globalisierten Welt. Verbesserung der Lebensqualität und ein friedliches Miteinander wären optimale Ergebnisse!


Falls Sie für sich selbst eine Möglichkeit sehen sich bei PROJEKTSCHULE MUSEUM in irgendeiner Weise einzubringen, mailen Sie uns bitte über die Kontakt-Seite dieser Website. Wir danken Ihnen schon jetzt und antworten baldmöglichst.