Musikwerkstatt Rzeszut

Musikunterricht – Duo Jolka – Das Tönchen!

 

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Martin Rzeszuts Kompositionen

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Ich komponiere seit Jahrzehnten Instrumentalmusik auf dem Akkordeon und für das Akkordeon. Stilistisch läßt sich das irgendwo zwischen Folk und Jazz einordnen - wenn man es denn einordnen möchte. Wenn ich improvisativ musiziere - und aus dieser freien Stimmung heraus entstehen alle meine Kompositionen - sind mir stilistische Zielsetzungen gleichgültig. Im Nachhinein, etwa beim Abhören der Tonbänder oder beim Erinnern meiner “Ohrwürmer” stelle ich stets irgendwelche Anleihen an irgendwelche Stilrichtungen, Musikarten oder definierbare Stücke fest.

Trotzdem ist meine Musik in dem Sinne neu und authentisch, als sie ohne Planung und sehr spontan, ja manchmal geradezu hastig aus dem Akkordeon quillt. Oft auch, wenn ich garnicht darauf vorbereitet bin. Die Hektik des Komponierens beginnt dann mit dem Suchen von freiem Notenpapier und mit dem Wunsch, das eben Gespielte nun nicht gleich wieder über dem Aufschreiben zu vergessen.

Neben solchen “Spontankompositionen” entstehen auch geplante, die sich manchmal über Jahre aus brauchbaren Improvisationsreihen Stück für Stück entwickelt haben. Zu allen meinen Stücken lässt es sich gut tanzen. Schwermütige Balladen schreibe ich nicht gern.

In den meisten Fällen handelt sich um einfach notierte und nicht zu lange Stücke, in denen ich das verwirklicht habe, was ich auch im Unterricht immer als erstrebenswertes Ziel für Musizierende darstelle: eine eigene Musik mit hohem improvisatorischen Anteil. Und auch nicht all zu definitiv notiert. Der Freiraum für den Interpretierenden ist gross. - Wie entstehen meine Kompositionen?


Aus melodisch unorthodoxen und manchmal rhythmisch freien Improvisationen (oft im Zusammenspiel mit anderen, aber auch solo) entstehen geleitete Improvisationen auf Akkordbasis (I,V,IV,I-Strukturen oder ähnlich einfach) mit fester oder fliessender Rhythmik und starrer Taktstruktur. Laufende Wiederholungen in stets variierenden Formen sind improvisativ machbar und vertragen sich mit der letztlich doch gebundenen Form. In dieser Phase wird aus der Improvisation das Werk-Stück, wie etwa flüssiges Glas zur Form erstarrt.

Und meistens wird die Form von mir und anderen auch so akzeptiert, wie sie gewachsen ist. Das Fassen meiner Musik in Notenform ist dann Routinesache. Der Vorteil dieser Kompositionstechnik ist, daß unwesentliche Musik, Musik die sich nicht bewährt oder die nicht aus der Seele strömt und aufgesetzt oder zu klischeeorientiert klingt, einfach wieder verschwindet. Nur das Tragfähige bleibt.

Eine andere Kompositionstechnik, bei der längere Melodie-Sequenzen entstehen können, komplexere Akkordstrukturen oder gar rhythmische Variationen wachsen dürfen, ist das Arbeiten mit geplanten längeren Akkordstrukturen, die sich oft aus der Melodieführung und nicht primär aus funktionstheorethischen Überlegungen heraus ergeben. Kadenz-Erfahrung kann jedoch hier und da bei der Auswahl unterschiedlicher Akkord-Bausteine helfen.

Kurztaktige Melodiefloskeln (z.B. zufällig assoziierte musikalische Klischees) ändern eingeschlagene Richtungen während des Schaffensprozesses manchmal unvermutet. Aber am Ende steht das neu komponierte Gebäude kompakt und harmonisch vor einem. Man geht durch alle Zimmer, genießt den Ausblick und stellt zufrieden fest, dass weder Setzrisse noch Konstruktionsfehler das behagliche Wohnen stören werden.

Meine Kompositionen sind zwar auf dem und für das Akkordeon entstanden, doch wären sie praktisch in jeder denkbaren Besetzung spielbar. Ich notiere Harmonien mit Akkordsymbolen, weil dies die Übersichtlichkeit fördert und zur rhythmischen Improvisation einlädt. Da ich auf die Vorgabe aufwendiger Arrangements zugunsten einer freien und sehr individuellen Interpretation verzichtet habe, besteht hier sehr viel Spiel-Raum für Gestaltung im wahrsten Sinne des Wortes.

Alle Veröffentlichungen erscheinen im Selbstverlag und in Kleinstauflagen in der Reihe “Martins Akkordeon Hefte”. Sollte sich ein Verleger dafür interessieren: ich wäre durchaus offen für die ansprechende Verpackung meiner Musik in Buch- oder Heftform. Meine Fotografien sollten dabei in die Gestaltung einbezogen werden.

Ältere Hefte mit meiner Musik aus den 80iger Jahren werden nicht mehr neu aufgelegt. Stattdessen veröffentliche ich einige meiner damaligen Stücke - gemischt mit neueren - in Auswahlheften. Eine Auswahl erschien vor ein paar Jahren unter dem Titel “Der alte Bär spielt auf…” im Selbstverlag. Das Heft ist zur Zeit vergriffen. Bei besonders hartnäckigem Interesse (Interesse eines Verlegers/ musikwissenschaftliches Interesse) schicke ich das Heft nach persönlicher Rücksprache ausnahmsweise als Kopie.

Der Online-Verkauf einzelner und ausgewählter Kompositionen ist allerdings in Vorbereitung! Ein Beispielblatt mit der Komposition “Flötenvogel” findet sich oben.