Musikwerkstatt Rzeszut

Musikunterricht – Duo Jolka – Das Tönchen!

 

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Martin Rzeszut spielt Baltic Folk Jazz auf dem Akkordeon

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Wer seit Mitte der 60iger Jahre so intensiv Akkordeon spielt wie ich und dazu noch von Musik lebt, kann auf ein “Solo-Programm” nicht verzichten: es ist sozusagen ein Beiprodukt meiner musikalischen Tätigkeit. Mein Soloprogramm ist ohne Anpassungszwänge konzipiert: das Beste vom Besten! Ich spiele meine Musik!

Unter dem Oberbegriff Baltic Folk Jazz biete ich zur Zeit ein abendfüllendes Programm mit den Schwerpunkten Eigenkomposition, Improvisation und osteuropäischen Melodien an. Ich spiele auf verschiedenen Akkordeoninstrumenten, wobei das Pianoakkordeon im Vordergrund steht. Perkussion (Bassdrum/Hihat) unterstützt hier und da den Groove, Lieder und literarische Texte lockern den vornehmlich instrumentalen Charakter auf.
Ich spiele primär Musik zum Zuhören, aber spontanes Tanzen der Zuhörer lässt sich bei meiner Musik nicht ausschließen.
Ich spiele ein Kleinkunstprogramm ohne aufgesetzte “Bühnenpräsenz”- denn ich bin schließlich ich! Auch eine gequälte Animation meiner Zuhörer liegt mir fern: mein Programm hat mehr Ähnlichkeit mit einem “gemütlichen Abend” - ganz im Stil der 70iger und 80iger Jahre, wo ich begann, mich für das Phänomen “Solo-Abend” und “Kleinkunst” zu interessieren. Mich interessierte der zwanglose Kontakt mit dem Publikum. Natürlich bevorzuge ich deshalb relativ kleine Räume, Kleinkunstbühnen, Jazz- und Folkclubs (wenn es sie denn noch gibt). Auch auf Festivals mag ich eher kleine Bühnen, weil sie direkteren Kontakt mit dem Publikum garantieren.
Ich gehöre nicht zu den “Fingerakrobaten” auf dem Akkordeon: rhythmisch packendes Spiel ist mir wichtiger, als die Anzahl der Töne pro Zeiteinheit. An den Klang meiner Musik stelle ich höchste Ansprüche (und wünsche mir deshalb auch nur erstklassige Verstärkeranlagen!) Meine Musik ist nicht laut.
Baltic nenne ich meine Musik, weil sie im Ostseeraum (“Baltic Sea”) entsteht. Ich wohne an der Ostsee. Angesichts meiner Vorfahren sehe ich auch meine musikalische Tradition (norddeutsche, polnische und litauische Regionalstile) wesentlich hier begründet. Ich freue mich, dass durch die Osterweiterung der europäischen Union jetzt auch diese Länder ihre Fremdheit etwas verlieren und auch musikalisch mehr bekannt werden.
Folk ist die Musik, mit der ich mich bis vor wenigen Jahren eigentlich immer identifiziert hatte. Folk ist, was jeder macht. Folk fängt da an, wo das Musikstudium aufhört. Folk ist Musik, die aus der Seele fließt. Und Folk ist vor allem eines nicht: von der Musikindustrie durchgeplantes und auf Gewinnmaximierung orientiertes Medienprodukt! Doch inzwischen wird dieser Begriff allgemein im “Folkmanagement” und in der Presse immer mediengerechter verstanden, und es fällt mir zunehmend schwerer, meine Musik als “Folk” zu bezeichnen. Vom Folkmusiker wird heute z.B. erwartet, dass er sich bestimmten Klischees (Irisch/Kleszmer/Bretonisch u.a.) zuordnet bzw.sich ihnen musikalisch anzupassen hat. Er braucht sozusagen einen “Stil von außen”. Das halte ich als freier Musiker für ziemlich unnötig, denn meine Musik ist doch schon Stil (von innen!) genug.
Meine Beeinflussung durch alle musikalischen Regional-Stile der Welt, an denen wir ja gerade die Authentizität (oder ist es doch Exotik?) so schätzen, geniesse ich trotzdem. Orientalische Rhythmen, afrikanische Harmonien usw. wirken sich ausgesprochen bereichernd auf meine Musik aus. Und natürlich spiele ich gern Stücke aus anderen Ländern, und das auch gern relativ korrekt. Aber ich muss nicht Guinness trinken und mich als Ire verkleiden, bloss weil ich Jigs und Reels spiele. Ich bin ich, und die Musik, die ich spiele, ist mein eigenes Ding! Rollenspieler gibt es schon genug.
Jazz verstehe ich als wirklich freie Musik und sollte mich deshalb eher dort einordnen. Doch auch hier hat der Schubladenvirus zugeschlagen: Jazz ist ein unpersönliches und sehr spezialisiertes Produkt geworden und sollte unbedingt vor Verfall des Haltbarkeitsdatums konsumiert werden. Wer im Jazz was werden will, muss die Heroes kopieren mögen, Standards zitieren oder besser gleich einpacken!
Folkjazz der 70iger Jahre hat mich noch wesentlich mehr beeindruckt, als das, was man heute mediengerecht aufbereitet unter “world jazz” versteht. Es gab Jazz-Zeiten, da fühlte man mehr den Menschen in der Musik. Ob nun Thomas Binkley seine rekonstruierte Mittelaltermusik mit Improvisation und Jazzelementen anreicherte, oder der Schlagzeuger Okay Temiz Volksmusikstile (“Regionalstile”) in seinen Jazz einfließen liess: alles war etwas experimentell und offen, individuell und lebendig.
Tri Atma und Oregon damals, Willi Schwartz oder Utla heute: immer interessiert mich, wenn Musiker ihren eigenen Einflüssen gegenüber offen sind. Solange ein “Stil” nicht nur um seiner selbst willen und andauernd reproduziert wird (was leider Veranstalter und Musikindustrie ständig erwarten), haben wir lebendige Musik, deren Einordnung zwangsläufig schwer fallen muß. Das ist für mich Jazz! Aber das ist auch meine Musik!
Meine Musik ist so vielfältig, dass ich selbst sie nicht einordnen kann und will. Martin Rzeszut’s Baltic Folk Jazz ist letztlich unvergleich eben Martin Rzeszut’s Baltic Folk Jazz! Man höre mir zu, geniesse den Abend, und sollte es dann noch notwendig sein, so klassifiziere man bitte selbst!
Mein Programm dauert etwa zwei Stunden (einschl. 20 Minuten Pause). Honorare/Spesen nach Vereinbarung. PA ist Sache des Veranstalters (in kleinen Räumen (innerhalb Schleswig-Holsteins) bevorzuge ich meine eigenes Kleinverstärkersystem mit “akustischer” Charakteristik). Ich spiele zur Schonung meiner Lunge und meiner Akkordeons nicht im Tabaksqualm!
Sollte es Veranstalter geben, denen mein Programm zusagt: Ich bin offen für Tournee-Angebote. (Bei Terminplanung bitte 12 Monate Vorlaufzeit berücksichtigen!)