Mittwoch, 8. Juni 2011
Mein pädagogischer Garten: Heinrich Vogeler und Célestine Freinet
Pädagogische Grundlagen der Musikwerkstatt Rzeszut
Öfters werde ich gefragt, was denn die Grundlagen meiner Pädagogik seien. Interessieren tut dies besonders die Eltern unserer kleinen Musikschüler und -Schülerinnen. Erwachsene, die bei uns Instrumente lernen sind allerdings auch an dieser Frage interessiert. Neuerdings werde ich auch in Zusammenhang mit “Projektschule Museum” danach gefragt.
Für mich selber, der seit Mitte der 1970iger Jahre sein Brot mit Technik, Musik und Pädagogik verdient, ist ein kurzes Resümee “meiner Pädagogik” in der Mitte meines 6. Lebensjahrzehnts durchaus reizvoll. Nachdem ich selbst jahrzehntelang gelernt und “genommen” habe, möchte ich nun auch einmal “weitergeben” - und wenn es auch nur Anregungen für jene Art von Lehrerarbeit ist, die selbständig denkende Menschen - egal welchen Alters - “begeistert”. Die Pädagogik, die mir persönlich am meisten liegt ist die am frühen Sozialismus orientierte Reformpädagogik der frühen 20iger Jahre und die sog. Alternativpädagogik der 60iger,70iger und 80iger Jahre.
Angesichts der gegenwärtigen pädgogischen Ratlosigkeit (besonders auf der kultusministeriellen Ebene) kommt es - wie ich meine - immer mehr auf die Initiative und Ideen Einzelner an, die im öffentlichen und privaten Schulwesen tätig sind. Das schlingernde Schiff, das sich staatliche Schule nennt, ist aus meiner Sicht ein klarer Fall für die Reparaturwerft, um die Schwimmfähigkeit wiederherzustellen. Kosmetische Reparaturen, wiederholte schöne Anstriche usw. sind auf Dauer zu wenig. Der Lack ist ab und der Kahn braucht eine sichere und ausreichende Finanzierung. Besonders wichtig: die Mann- und Frauschaft (Lehrer) sollte verdoppelt werden und Sozialpädagogen müssen an Deck. Verkleinerung der Klassen, die Einstellung zusätzlicher Lehrer/Erzieher in erheblichem Umfand und ein klares ganzheitliches Schulkonzept (etwa jenes von Célestine Freinet) könnten den alten Kahn wieder flott machen.
Schule ist wie ein Garten! Welcome to my garden! Ich mache mit Ihnen nun eine kleine Führung.


Tolle, freundliche, informative und mit profunder Fachkenntnis geschriebene Rezension. Da lernt auch ein dicker Hippie noch was. Tausend goldene Fleißpunkte!