das toenchen-voegelchen

Das Tönchen!

Das Online-Magazin
der Musikwerkstatt-Rzeszut

 

:

:

Tönchen-Home | Home | Über uns | Kontakt | Impressum

Dienstag, 5. September 2006

Mein Leben mit nem Rentner

Neues aus Clacton (von Silke McNair-Wilson)

imageso, jetzt gibt es hier koestlichen Capuccino, aus unserer neuen superteuren (2£50 vom flohmarkt) riesen kaffee, espresso und cappuccino maschine.

no problem. sie will jetzt in die Stadt, schuehe kaufen.

so langsam erscheint da doch auch der eine oder andere Junge mal am Horizont, obwohl Freundinnen immer noch als smoke screen mitkommen oder genannt werden…............

so bald fangen wir dann auch mit ernsthafteren fitnessuebungen und Essensbeschraenkungen an. war gestern immerhin schonmal schwimmen. ueberlege ob ich mir ne saisonkarte hole, fuers leisure centre, wo man dann alles benutzen kann. wenn man es dann auch tut, ist es guenstig (30£ im Monat), wenn nciht, wirds teuer.

so, jetzt muss ich mir ein paar Jobs ausdenken fuer den jungen Pensionaer hier.

ausserdem ist er dauernd hungrig. in der schule merkt man den Hunger nicht so, und in den ferien schlaeft er bis Mittags, nun ist er heute schoen frueh aufgestanden, hat gleich gefreuhstuckt und ist ab 10 schon wieder hungrig…....man muss also allles neu lernen…........

eine von Hannahs zahlreichen Freundinnen ist gerade gekommen. da sie alle ein bisschen groesser sind als ich koennen die schon so toll auf einen runterkucken, mit ihren riesenbruesten und tiefen dekolletes, ihren kurzen Roeckchen, perfekten Haaren, Make-up, klitzekleinen unpraktischen Schlappen und zierlichem Portemonnaie mit dem hard earned cash der Eltern….......die beiden werden also gleich in die Stadt wackeln. oder vielleicht nach Colchester? werden wir es heraus finden?

aber erstmal muss ich irgendwo dafuer Geld finden, denn Schuhe gehen auf mein Konto. zum glueck war James Samstag hier und ich muesste hier irgendwo 2o£ rumliegen haben.

Bob kaempft noch mit dem Aufstehen, nein, er ist schon auf, er hat es schon bis in den Bademantel und bis an seinen Computer geschafft, der boden liegt voller Kleidung die ihm die letzten Tage abends vom leib gefallen ist, die Rollaeden sind noch zu, aber er redet schon mit seinen Freunden. Mit seinen langen haaren ist er sowas wie eine Kultfigur geworden hier bei Hannahs freunden.  vielleicht sollten wir ihm zwei Millimeter abschneiden vor der Schule, damit er zumindest die Laptop projektionen auf den interaktiven Whiteboards lesen kann. (haette beinahe aus Versehen Tafel gesagt, man wird alt)..............

So Steve checkt jetzt seine e - mails an seinem enorm lauten Computer, mit Neil Young’s “living with war” im Hintergrund. wenn er erstmal eine CD liebt, dann spielt er die unaufhoerlich. bis er es selber spielen kann.

Wir haetten ja soviel Meoglichkeiten, was wir jetzt machen koennten….............. obwohl es uns schon fast unwiderstehlich in den Fingern juckt, werden wir doch ganz diszipliniert noch bis Mittwoch warten, wenn die Kinder wieder in die Schule muessen, um uns mal so richtig gehen zu lassen…............... ja, wir haben naemlich vor, den utility room auszumisten und neuzugestalten. seit einem Jahr hab ich darin AUFRAEUMVERBOT. jetzt geht es sogar Steve auf den Geist, wie es dadrin aussieht, fast so wie in seiner Klasse frueher, (Generationen von verzweifelten SchulPutzfrauen koennen das bestaetigen, sowie bemuehte classroomassistants, die mal so richtig aufraeumen wollten, aber weil er dann nichts wieder finden kann wird er dann sehr sauer). und nun naht also bald der grosse Tag, wo wir Kistenweise allte schulhefte rauswerfen duerfen, alte Ordner mit Arbeitsblaettern, yes yes yes! und dann wird da sein Flugsimulator aufgebaut!!!!

Dann werde ich Konzerte hoeren koennen im wohnzimmer, die dann nicht mit Bombenmissionen und Dogfights konkurrieren muessen.


Jedem seine eigene Gaensehaut sag ich ja immer.


(der mit den drei Monitoren!), echten Fusspedalen, und supersound, und richtigem Flugzeuglenkrad
((u-form).

Komisch ich spiel nicht oft genug Saxophon, weil ich denke, dass ist fuer die anderen zu laut, aber diese Sensibilitaet scheine nur ich zu haben.

so, hannah ist jetzt weg, mit meinem hard earned cash. sie hat sich schon um 10 Uhr aus dem bett gepellt heute. es geht also doch nach Colchester. da hat man dann gleichzeitig so ein Ausflugsgefuehl.

„Today is the special day, that our younger son is going off to war…....
Church bells are ringing, Families are standing around, the boys look so brave in their uniforms.”
….Neil young ist der einzige, der die Tatsache des Dauerkrieges in seine Lieder und Lyrik aufgenommen hat. Als alter Musiker ist er frustriert und schockiert, dass die jungen Musiker diese Tatsache so voellig ignorieren.

Es ist viertel vor 12 und Bob hat es jetzt bis in die Kueche geschafft.  Er wird mit „hi Winky“ begruesst und sofort zu einem „game“ herausgefordert.  Dabei geht es also um ein Luftgefecht,
manchmal mit- manchmal gegeneinander. Sie lachen sich schief dabei.
Vielleicht sollte ich ja doch mal vorbeugend mein Saxophon zuecken…...........

Geschrieben von Martin Rzeszut am 5. September 2006 um 9:28 Uhr

Kommentare

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.