Freitag, 30. Juli 2010
Korröfolkmusikfestival 2010
Superfrisch: ein aktueller Artikel vom schwedischen Korröfestival von Sebastian Steinberg
Dieses Jahr machen wir Urlaub in Schweden. Den Entschluß fassen wir als es noch Winter ist und bitterkalt. Als Folkmusikfreunde stellt sich für uns natürlich die Frage, ob nicht der Besuch eines schwedischen Folkmusikfestes mit eingeplant werden kann. Nach ausführlicher Recherche kommen wir zu dem Schluß, dass das Korröfestival von der Lage des Veranstaltungsortes und vom Zeitpunkt her gut passen könnte. So kommen wir am 22.07. Abends auf einem Campingplatz ca. 6km. Von Korrö entfernt an. Alternativ dazu gäbe es noch die Möglichkeit auf einem “Naturcamp” ca. 600 m vom Festivalgelände entfernt zu Campen.
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Am nächsten Morgen starten wir dann aufs Festival. Karten kann man je nach gewünschter Teilnahmedauer kaufen, wir entscheiden uns für zwei Tage und bezahlen für zwei Erwachsene und unseren 13 Jährigen Sohn 840,- Kronen, das sind etwa 90 €. Unsere Tochter bezahlt noch nichts, da sie erst am 24.07. 11 Jahre alt wird. Kinder unter 12 Jahren bezahlen keinen Eintritt. Auf dem Gelände gibt es verschiedene Veranstaltungsorte, die rasch ausfindig gemacht sind. Um 12°° beginnt das Üben für das Allspeel, gemeinsames Musizieren für alle die gerne Mitmachen möchten am nächsten Tag. Die Noten dafür standen auf der Website http://www.korrofestivalen.se einige Tage vorher zum Download bereit. Die Familie beteiligt sich mit einer Gitarre, Geige und Flöte, es macht offensichtlich allen Beteiligten viel Spaß. Der Eine oder Andere läßt einen MP3 Recorder mitlaufen um später das Eine oder Andere noch mal zu spielen.
Die Fülle der angebotenen Konzerte und Veranstaltungen ist sehr groß. Wir stellen fest, dass man gut daran tut sich Zuhause schon intensiv mit dem Programm zu beschäftigen, sich die interessant erscheinenden Gruppen im Internet anzuschauen um dann das eigene persönliche Programm zusammen zu stellen. Aber auch so kommen wir gut auf unsere Kosten.
Als erstes steht für uns Fifklang aus Hamburg auf dem Programm, die um 14:30 mit ihrem etwa halbstündigen Konzert starten. Eine Fortsetzung gibt es dann um 23:00. Im Anschluß streifen wir über das Gelände, bleiben beim Octagon hängen im dem sich an diesem Nachmittag die “Junge Szene”verbreitet, schauen beim “stora tält” vorbei, dem großen Zelt indem eine dänische Tanzformation Embla auftritt und zu sehr schöner Musik tanzt.
Einige Instrumentenbauer stellen aus, u.a. auch ein Nyckelharpabauer. Das ist schon sehr spannend und unsere Tochter die Geige spielt und immer schon einmal so ein Instrument in der Hand haben wollte, darf sich eine Nyckelharpa umhängen und probieren (siehe Bild oben!)
Danach geht es erst mal wieder zurück zum Campingplatz um etwas zu kochen und zu essen. Wer sich nicht selbst versorgen möchte hat auf dem Gelände viele Möglichkeiten etwas Eßbares zu kaufen.
Am Abend herrscht genauso lebhaftes Treiben auf dem Gelände wie am Tag. Auch die Stände die Kleidung, Schmuck und Snacks anbieten sind umlagert.
Um 21:30 spielt Navarra. Die Gruppe spielt Eigenkompositionen mit Einflüssen aus dem Bereichen von Klassik, Jazz und Pop.
Danach tritt wieder Fifklang auf, die ersten Bankreihen werden weggeräumt und es wird zu den Stücken eifrig getanzt. Wer schon auf anderen Festivals getanzt hat findet schnell bekannte Dinge und kann mitmachen.
Der Samstag beginnt regnerisch und das soll auch bis Sonntag Mittag so bleiben. Vormittags findet das gemeinsame Allspeel statt, vor kleiner Zuhörerschaft, wir haben schon den Eindruck dass das Festival durch den Regen etwas gebremst weiterläuft.
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Nachmittags hören wir noch die Finnische Gruppe Blatensaine. Die Musik gefällt uns allen sehr gut, und die Instrumentierung mit einer elektronischen Kantele ist ungewöhnlich aber sehr schön. Es regnet immer noch heftig und ich habe langsam bedenken das Auto vom Wiesenparklatz noch wegfahren zu können. So beenden wir am Spätnachmittag unseren Festivalbesuch und fahren zurück zu unserem Wohnwagen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich der Festivalbesuch auf jeden Fall gelohnt hat. Das Angebot an Konzerten ist sehr gut, man sollte sich schon Zuhause gut vorbereiten. Die Orientierung auf dem Gelände gelingt schnell und die Versorgung ist prima. Das Preiniveau der angebotenen Speisen und Getränke würde ich als eher günstig bezeichnen. Überhaupt haben wir in diesem Urlaub das Gefühl, dass die Preise hier eher etwas niedriger sind als in Deutschland. Vor 18 Jahren als wir das letzte Mal in Schweden waren war das noch ganz anders.
[Die TÖNCHEN! - Redaktion dankt an dieser Stelle ganz herzlich unserem Skandinavien-Korrespondenten Sebastian Steinberg nebst Familie für diese topaktuelle Berichterstattung!]