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Dienstag, 4. Oktober 2005

Die wunderbare Welt des Mr. H. Eartless

Nicht so häufig begegnen wir Schriftstellern und Dichtern, die ihr Handwerk wirklich verstehen. So ist man nicht im Geringsten erstaunt, dass diese zwar in ihrer westeuropäischen Heimat Preise gewinnen, doch in Mitteleuropa leider noch nicht den Durchbruch erzielten. Um diesem Übel abzuhelfen, entschloss sich die Redaktion von DAS TÖNCHEN! zu einer beispiellosen Aktion!....

...nämlich der Erstveröffentlichung eines Gedichtes, das Herr Eartless unlängst in seiner von Sturm- und Wogen gepeitschten ostenglischen Heimatstadt namens Clacton-on-Sea eines Donnerstagabends vollendet hat. Es war Donnerstag, der 29. September 2005, wo er um 18.36 die fünfte Strophe vollendete.

Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass der in Mr. Eartless’ Heimatstadt ausgeschriebene Preis für gute Literatur bereits am Freitag, dem 30. September von ihm selbst gewonnen wurde! Und dies - man höre und staune! - nur mit fünf Strophen!

Für hervorragende Dichter ist es ganz selbstverständlich, sich nicht von Preisen in irgendeiner schnöden Weise beirren zu lassen! Immer steht das Werk und das Dramatische im Vordergrund! Innere Prozesse verlangen nach mehr, ohngeachtet der schon bepreisten Leistung und da…

...ja - wir halten es nicht für möglich, aber so ist es nun mal! - gelang Herrn H. Eartless die Vollendung der sechsten Strophe! Dies geschah vermutlich an einem Freitag, daran lassen Kenner keinen Zweifel! Phänomenal geradezu (und nur soviel sei hier verraten!) wechselt der Dichter hier vom introvertierten Resumé nun endlich und in gewissem Masse auch letztendlich befreit zum krönenden Trauergesang: “Shame, I don’t have my friends anymore.” Die Tragik, die diesem Ruf inne wohnt, lässt sich nur ahnen!

Derartige Dramatik finden wir bisher eigentlich nur bei Schiller oder Ludwig Uhland, doch sollten wir uns nicht einbilden, dass die dichterischen Werke eines romantisch gestimmten Mitteleuropas hier irgendeinen Vergleich aushielten: nein! So etwas kann in Westeuropa jedes Kind. Dies soll natürlich keinerlei Abwertung etwa der grossen Leistungen eines H. Eartless bedeuten. Oh nein, er ist ja längst den Kinderschuhen entwachsen! Grade kürzlich vernahm ich eine Altersangabe, die aber hier nicht von irgendeiner Relevanz sein soll! Er soll sich in fortgeschrittenem Alter befinden und kann bereits auf Vorveröffentlichungen verweisen, deren Abdruck hier uns leider und bis dato noch aus technischen Gründen verwehrt ist.

So wünschen wir denn unserem jungen Freunde eine ertragreiche Zukunft! Mögen die Musen ihn weiterhin küssen! Hier jedenfalls - in der sturmgepeitschten Hafenstadt Kiel, der geheimen Partnerstadt von Clacton-on-Sea! - hat Mr. H. Eartless’ Werk nun gewissermassen eine Heimat für sein Werk und eine zu allen Opfern bereite Leserschaft gewonnen, die weiteren inhaltsreichen Werken furchtlos ins Auge sieht!

Doch verlieren wir uns nicht im Allgemeinen: erarbeiten wir uns das Besondere und das Authentische! Es folgt hier die weltweite Erstveröffentlichung des Gedichtes von Mr. H. Eartless mit dem Titel “My Pets” - das übersetzt etwa “Meine Haustiere” bedeutet!

Hören wir nun:

My Pets

von Mr. H. Eartless

1. I once had a dog who’s name was Jim,

He fell down the stairs and lost a limb,

he jumped out a window onto the floor,

Shame I don’t have a dog anymore.

2. I once had a cat who was so very long,

When I fed him dinner he made a bad pong,

He jumped to the ceiling and landed on a paw,

Shame I don’t have a cat anymore.

3. I once had a fish who’s colour was red,

One day he stop swimming, I THOUGHT he was dead,

I fed it to my birds, not cooked but raw,

Shame I don’t have a fish anymore.

4. I once had a mouse who’s home was a hat,

One day my mum mistook it for a rat,

It was hit with a shovel it met ‘death claw’,

Shame, I don’t have a mouse anymore.

5. I once had a parrot who had a large beak,

When I first bought it I thought it was meek,

Then it started squealing it blew with a roar,

Shame I don’t have a parrot anymore.

6. Now all I have left are my friends,

If I lost them I couldn’t make amends,

Look they’ve been stabbed, someone’s broken the law,

Shame, I don’t have my friends anymore.

Unsere Auslandsredaktion teilte uns soeben folgendes mit: der junge Mann, der dieses Gedichtlein verfasst hat, heisst Robert Douglas McNair-Wilson, ist 13 Jahre alt und Schüler der Clacton County High School in Clacton-on-Sea, England. Wir möchten an dieser Stelle einen Nachtrag leisten: der Name H. Eartless ist Bestandteil des Gedichts. Lassen wir einmal den Punkt weg, lesen wir Heartless, was übersetzt soviel wie “herzlos” bedeutet. Es steht allerdings ausser Frage: herzlos ist unser junger Autor keineswegs!

Geschrieben von Martin Rzeszut am 4. Oktober 2005 um 22:40 Uhr

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