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Samstag, 16. Dezember 2006

DIE AKKORDEONSPIELERIN – Film von Biljana Garvanlieva

Premiere in Berlin – wird nächsten Samstag von 3sat ausgestrahlt

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Das „Balkan Black Box“ - Festival ist das einzige deutsche Festival für Film und Kultur aus Südosteuropa. Es findet in Berlin statt. Am 25. November lief im Kino „Babylon Berlin-Mitte“ im Rahmen dieses Festivals die Premiere des Films „Die Akkordeonspielerin“. Regie führt Biljana Garvanlieva, Kamera Susanne Schüle. Auch Emilija Obradova – die 17 jährige Hauptdarstellerin - war anwesend.

Der abwechselungsreiche, schön gemachte und stellenweise witzige Dokumentarfilm erzählt über die beiden Kousinen Emilija und Biljana (also die Darstellerin und die Autorin des Films), die in Briefwechsel miteinander stehen und sich über ihre Hoffnungen und Sorgen im heutigen Mazedonien austauschen. Es geht um den Alltag zu Hause und in der Schule. Es geht um das Akkordeonspielen: Emilja schleppt ihr viel zu schweres Supita-Akkordeon herum, das ziemlich kaputt ist. Sie übt in irgendwelchen Fluren, zuhause, in der Schule. Etwa ein Jahr lang. Nein – nicht mazedonische Musik! Sie übt Klassische Musik! [...kann man sich ja denken! d. Sätzer] Sie wurde als einziges Mädchen in die staatliche Musikschule aufgenommen. Sie hat Geduld und Ausdauer. Und immer wieder geht es um das Üben für diesen Akkordeonwettbewerb….Sie will eine „professionelle Akkordeonspielerin“ werden – aber nicht mit dem ollen Kasten: sie braucht natürlich ein neues Akkordeon!

Sowas ist im verarmten Mazedonien nun wirklich nicht einfach zu bekommen [da sieht man mal wieder, wie gut wir das hier haben! Der Sätzer] Emilijas Vater ist eigentlich Kunstlehrer, doch er jobbt als bodygard. Ihre Mutter verkauft Süssigkeiten auf dem Schwarzmarkt. Und irgendwie klappt das dann alles…Emilija schafft es, am internationalen Musikwettbewerb teilzunehmen! Und ihr Wunsch, eine „professionelle Akkordeonspielerin“ zu werden geht also in Erfüllung. Und hoffentlich erhält sich Emilija in dieser Rolle ihre Fröhlichkeit und Spontaneität. Schliesslich gehören so manche GewinnerInnen „bedeutender Wettbewerbe“ ja oft zum „Club der verbissenen Gesichter“ ....

Nomen est omen: der Name Emilija bedeutet schliesslich „die Begeisterte“. Man merkte das auch nach der Premierenvorstellung in Berlin, als Emilija noch eine Runde Akkordeon spielte. Sie spielt nun Pigini-Master. Ziemlich schwer das Dingen.

Biljiana Garvanlieva (geb. 1973 in Skopje) studierte Theater- und Filmwissenschaften in Berlin. In dem Film geht es auch um das Erwachsenwerden in einem ziemlich kaputten Land: in Mazedonien. Es ist ein Dokumentarfilm von 30 Minuten Länge, liebevoll gedreht und mit Begeisterung gemacht.

Der Film wird ausgestrahlt am Samstag, dem 23. Dezember um 19.20 auf Sat 3. Viel Spass beim Gucken!
(Foto: Balkan Black-Box Festival)

Geschrieben von Martin Rzeszut am 16. Dezember 2006 um 20:09 Uhr

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