Mittwoch, 20. September 2006
Das Xylofon: indonesisch-afrikanisches High Tech-Instrument
”...aber es ist niemand hier, der sich damit auskennt…leider…”

Zahlreich stehen sie verstaubt in den Materialräumen unserer Schulen herum: Xylofone. „Ja, natürlich haben wir ein Orffsches Instrumentarium…aber es ist niemand hier, der sich damit auskennt…leider…ausserdem ist alles seit Jahren nicht mehr benutzt worden…und es fehlen auch Sachen…ich weiss auch nicht…schade!“ So ungefähr oder ähnlich traurig lautet die Antwort, fragt man mal in Schulen nach. Und immer drückte man mir den Schlüssel für jenen meist abgelegenen Raum in die Hand, in dem jenes „Instrumentarium“ seit den 60iger Jahren vor sich hinschlummerte. Egal, an welcher Schule ich war.
Die meisten Musiklehrer wissen über Xylofone wenig. Die gehören einfach nicht so richtig zur Ausbildung eines Musiklehrers der Primarstufe. Oft werden sie mit den Metallofonen verwechselt (welche Klangstäbe aus Metall haben) - die Xylofone haben immer Klangstäbe aus Holz (xylos = griech. Holz). Viele meinen, der Musikpädagoge Carl Orff (1895 - 1982) hätte sie erfunden, was nicht stimmt. Orff hat diese weltweit verbreiteten Instrumente nur entdeckt und kam auf die Idee, Xylofone in der elementaren Musikerziehung zu verwenden (im Rahmen seines „Schulwerks“). (siehe http://www.orff.de)
Im Jahre 1928 bekam Orff von einem Matrosen das sog. „Kaffern-Klavier“ als Mitbringsel aus Kamerun. Es handelte sich um ein 12-stäbiges afrikanisches Balafon. Die etwa 3cm breiten und gleich langen Stäbe (ca. 20cm) waren mit Schnur elastisch auf einem Holzkasten montiert (mit der merkwürdigen deutschen Aufschrift „10000 Bretterstifte“...?) Es soll so gut geklungen haben, dass Orff begeistert war. Mich wundert, dass Orff nicht die zahlreichen Balafone und Xylofone kannte, die in Völkerkundemuseen damals schon zu besichtigen waren. In der Musik des frühen 20. Jahrhunderts spielten Xylofone keine Rolle. Soweit ich weiss, war dies auch im Jazz nicht der Fall, obwohl chinesische Trommeln bereits Anwendung fanden und der Ferntourismus in alle Welt bereits Ende des 19. Jahrhunderts boomte.
Nach dem eingängigen Motto: „Die Musik fängt im Menschen an“ entwickelte Carl Orff in den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts sein musikpädagogisches Konzept, in dem Sprache, Tanzen und Musizieren eine Einheit bilden. Orff ging zunächst einmal davon aus, dass jeder Mensch grundsätzlich musikalisch ist und alle Möglichkeiten zur musikalischen Kreativität besitzt. Diese gilt es, auf angenehme und kindgrechte Weise zu fördern und die musikalischen Ausdrucksfähigkeiten zu entwickeln. Neben dem Xylofon verwendete Orff noch Instrumente, wie sie in der Rennaissancemusik, aber auch in europäischen und aussereuropäischen Ländern Verwendung fanden: kleine Trommeln, stimmbare Pauken, Klappern, Rasseln oder die Triangel.
Carl Orff und seine Mitarbeiterin Gunild Keetmann legten grossen Wert auf die Förderung der im Menschen schlummernden improvisatorischen Fähigkeiten. Schulmusiker, die heute noch „nach Orff“ arbeiten, sehen dagegen meist nur die komponierten Musikbeispiele (etwa die Sammlung „Musik für Kinder“, die Anfang der 50iger Jahre herausgegeben wurde). Deren reine Reproduktion oder das oft praktizierte Nachspielen der Orff’schen Kompositionen erweist sich jedoch schnell als kontraproduktiv. Es ging Orff mit seiner „Musik für Kinder“ um das Aufzeigen von Möglichkeiten. Er wollte den Musikpädagogen Denkanstösse für das eigene und selbständige kreative Arbeiten geben.
Xylofone gibt es in der ganzen Welt. Plankonvexe Stäbe aus harten Hölzern liegen über Erdgruben, hängen an Seilen über Kürbis-Resonatoren oder über ausgehöhlten Baumstümpfen (welcher Waldpädagoge bekommt hier nicht sofort Lust zum Experimentieren?). Es gibt in ethnologischen Sammlungen alle möglichen Konstruktionen. Auch jene, die wir von unseren Schulxylofonen kennen: Holzstäbe liegen über Kästen auf weichen Textil- oder Leder. Es gibt aber auch Fälle, wo der Xylofonspieler sich die Holzstäbe über die Oberschenkel legt. In diesem Fall wird auf klangverstärkende Resonanzräume verzichtet. Alle in der Welt bekannten Xylofone werden mit Schlegeln oder Hämmern geschlagen. Diese können hart aber auch weich sein. Allerdings jedoch immer weicher, als das Material der Klangstäbe selbst. Aus Afrika sind Schlegel mit Bällen aus Naturgummi bekannt. Es gibt auch mit Wolle umwickelte Holzkugeln an den Enden der meist zwei Schlegel.
Ein Stab ergibt einen Ton, dessen Höhe durch Dichte des Holzes und seine Abmessungen definiert ist. Tonhöhenänderungen sind nur durch spanabhebende Bearbeitung (meist durch Aushöhlen der Unterseite auf halber Länge) möglich. D.h. auch, dass ein Xylofon sich praktisch nicht verstimmt (sieht man mal von Materialabnutzung bei harter und langer Beanspruchung ab). Je älter ein Xylofon wird, desto kräftiger wird sein Klang, weil das Holz mehr und mehr trocknet.
Wesentlich für die Klangqualität eines Xylofons ist die Aufhängung oder Lagerung der einzelnen Holzstäbe. Sie dürfen einander nicht berühren und müssen - obwohl sie im Interesse einer schnellen Bespielbarkeit dicht beieinander liegen müssen - berührungsfrei liegen um ungehindert schwingen zu können. Man erreicht dies durch Lagerung/Aufhängung an den „schwingungstoten“ Stellen. So befinden sich diese Stellen z.B. beim C-Stab meines Bass-Xylofons (430 x 45 x 20 mm) genau 75 mm von den Enden entfernt. Wird hier nicht genau gearbeitet, kommen die Schwingungseigenschaften der Holzstäbe nicht optimal zur Geltung: das Instrument klingt stumpf und die einzelnen Töne kommen unterschiedlich laut.
Bei den heute im Schulgebrauch üblichen Kasten-Xylofonen sind für einen vollen und lauten Klang auch die in den Kasten eingearbeiteten Resonanzräume verantwortlich. Sie müssen genau auf die Frequenzen der Klangstäbe abgestimmt sein. D.h., die Raumresonanz der Kammer muss mit der Frequenz des Klangstabes übereinstimmen bzw. in einem Oktav-Verhältnis liegen. Aus Kostengründen baut man oft nur wenige Resonanzkammern ein, die für zwei oder drei Klangstäbe gemeinsam benutzt werden. Die akustische Trennung dieser Resonanzkammern (durch Abschottungen, die zwischen die Klangstäbe ragen müssen) ist aufwendig: sehr oft verzichtet man darauf und die billigsten Xylofone weisen deshalb die grössten Lautstärkeunterschiede innerhalb eines Satzes Klangstäbe auf.
Immer ist die Holzsorte der Klangstäbe für einen optimalen Klang verantwortlich. Sog. „Tonholz“ (Honduras- oder Rio-Palisander, Ebenholz, Rosenholz, Padouk oder das südosteuropäische Robinie) ist hart und homogen in der Struktur. Astfreiheit versteht sich von selbst: lose Einschlüsse würden sich verheerend auf den Klang auswirken. Es gibt durchaus brauchbare Konstruktionen aus Fiberglas, die kostengünstiger als manches schlecht gestimmte Holzinstrument sind und durch Klangstärke und Stimmungsreinheit bestechen (im Programm der Firma STUDIO 49 nennt man dieses Material „Grillodur“)
Last not least ist eine robuste und klapperfreie Holzkastenkonstruktion in höchstem Grade für einen klaren und geräuschfreien Klang des Instruments notwendig. Sperrholz ist hier nicht gefragt. Meine Instrumente der Bielefelder Firma MARIMBA haben Kästen aus zusammengeleimten Vollhölzern, was äusserlich etwas an Parkettfussboden erinnert. Auch die Aufhängung der Klangstäbe muss klapperfrei und zuverlässig sein. Bewährt haben sich federgespannte Schnüre, die durch alle Klangstäbe hindurchlaufen (Bohrungen an den schwingungstoten Stellen!) und mit robusten Schraubösen zwischen den Klangstäben etwa 25 mm über dem Gehäuse fixiert sind. Übergeschobene Gummischläuche verhindern bei meinen MARIMBA-Xylofonen Vibrationsgeräusche. Auf diese Art sind alle Klangstäbe fest mit dem Träger-Kasten verbunden und können beim Transport nicht verloren gehen.
Was nun ist der Unterschied zwischen Marimba und Kasten-Xylofon? Die Marimba ist bei gleichem Tonumfang höher, länger, schwerer und mindestens doppelt so teuer.Wie gesagt ist für einen starken vollen Klang neben Holzsorte, Holzqualität, Verarbeitung und Konstruktion auch die Art der Resonzverstärkung wesentlich: bei der Marimba besitzt jede Klangplatte einen eigenst abgestimmten Röhren-Resonator z.B. aus schwingungsarmem Aluminium (es ist immer die Luft, die im Resonator schwingt und den Klang verstärkt, nicht die Röhre selbst!). So ist gewährleistet, dass jeder Ton gleich stark kommt.
Die Klangstäbe einer Marimba sind durchweg breiter als beim Kasten-Xylofon. 50 – 60 mm sind üblich, bei Bass-Marimbas können die Klang-Platten durchaus 80 bis 90 mm breit sein (zum Vergleich: die Platten meines Bass-Kasten-Xylofons sind 40 mm breit). Für eine Marimba wird also sehr viel mehr Holz gebraucht, was sich natürlich im erheblich höheren Preis bemerkbar macht. Bei gleichem Tonumfang kann sie wegen breiterer Klangstäbe gut doppelt so lang sein wie ein Kasten-Xylofon. Zum höheren Klangstabgewicht kommt noch das Gewicht der zahlreichen Röhren-Resonatoren, und alles zusammen braucht wiedrum ein stabiles Stahlgestell, das auch einiges wiegt. Mit anderen Worten: für eine normal lange 4 ½ – Oktaven Marimba brauche ich zum Transport einen Kleinbus und mindestens zwei Träger. Das Kasten-Xylofon mit demselben Tonumfang verteilt sich auf vier Kästen, die ich alleine tragen kann und die ich auf dem Rücksitz eines PKW locker unterbringe. Und wer hat schon einen Musikraum, in dem locker eine 4m lange und 80 cm breite Marimba auf einem Radgestell Platz hat?
Grundsätzlich sollte man mit Kasten-Xylofonen zufrieden sein, und das nicht nur für die Hausmusik. Auch im Schulmusikunterricht hat sich die Aufteilung der Bereiche Bass, Alt und Sopran auf einzelne Kästen bewährt. Denn nicht immer werden „Halbtonkasten“ und „Ganztonkasten“ gebraucht (falsche aber übliche Begriffe im Schulalltag…) und mit mehreren Kästen – nach Lagen unterschieden - sind mehr SchülerInnen am Instrument einsetzbar als bei einer Marimba. Das Zusammenspiel läuft kommunikativer, denn man sitzt sich gegenüber.
Das Xylofon hat u. a. zwei grosse Vorteile: es hat rhythmische Qualitäten und ist Perkussion-Instrument. Gleichzeitig auch Harmonieinstrument, wenn auch die Länge eines Tones naturgemäss begrenzt ist. Doch lassen sich lange Töne durch Schlag-Repetition erzeugen. Es lässt sich ausserdem leicht handhaben: man braucht Augenmass und trainiert Zielgenauigkeit. Ein langwieriges Trainieren bestimmter normierter Bewegungsmuster (Beispiele: Akkordgriffe auf der Gitarre, Fingerstellung beim Geigenspiel) ist nicht notwendig. Dennoch können abwechselungsreiche Tonfolgen feinmotorisch anspruchsvolle Bewegungsmuster erfordern, die auf technisch hohem Niveau angesiedelt sind.
Xylofoninstrumente sind in erster Linie Melodieinstrumente (auch wenn natürlich Akkordspiel mit mehreren Schlegeln möglich ist) und fordern zur Melodiefindung heraus: nicht nur förderlich für die musikalische Kreativität Jugendlicher. Auch Erwachsene sollten dieses Instrument für die Hausmusik nutzen. Zusammen mit Klavier, Gitarre, Akkordeon oder Streichinstrumenten sorgen Xylofone für den perkussiven Pepp, für den eine Trommel zu viel weil zu laut wäre.
Ostinati oder Bordune zu erzeugen, Gegenmelodien oder den simplen Grundton auf dem Xylofon zu spielen, macht Spass und ist ohne langjähriges Training möglich. „Instant Music“ ist auf dem Xylofon möglich.
Moderne Xylofone sind „obertonrein“ gestimmt, d.h.: der erste Oberton oder Teilton über dem Grundton wird exakt auf die Doppeloktave gestimmt.Ergebnis ist ein homogenes und brilliantes Klangbild. Gleichschwebende Stimmung (bezogen auf den Kammerton A = 440 Hz) ist die Norm, doch es gibt Hersteller, die das „Waldorf-A“ (432 Hz) berücksichtigen oder eine pythagoraeische Stimmung bzw. eine klaviertypische „Spreizung“einstimmen.
Wir müssen nicht die Augen vor der Tatsache verschliessen, das die meisten Xylofone in der Welt in sich und absolut vollkommen anders gestimmt sind als unsere Hightech-Marimbas in der „westlichen Welt“. Die Kenntnis dieser Tatsachen kann auch eine Bereicherung für das eigene Musikverständnis sein. Wie also sehen die Stimmungen ausserhalb Europas aus? Ein ausserordentlich interessantes Thema. Beschäftigt man sich länger damit, so bekommt man unweigerlich Lust, selbst Xylofone mit komplett anderen Tonsystemen oder Skalen zu bauen, als sie bei uns handelsüblich sind.
Ein erstes und bis heute wesentliches musikethnologisches Werk zur Aufarbeitung dieses Themas ist A.M. JONES, „Africa and Indonesia – The Evidence of the Xylophone and other Musical and Cultural Factors“ (Leiden 1964). JONES vertritt die These, dass eingewanderte Ethnien aus Indonesien bestimmte Gebiete Afrikas besiedelt und kulturell beeinflusst hätten. Um den Nachweis zu erhärten, untersuchte er mehrere hundert afrikanische Xylofone und vergleicht die Stimmungen mit indonesischen Instrumenten. Er stellt grosse Ähnlichkeit im Instrumentarium fest und ebenso bei den zahlreichen Stimmungen. Das taten auch andere Ethnologen (HORNBORSTEL 1911) und fanden ähnliche Ähnlichkeiten. JONES kommt im Laufe seiner musikethnologischen Forschungen zum klaren Ergebnis, dass es Baugleichheit und Ähnlichkeit in den Stimmungen afrikanischer und indonesischer Xylofone gibt. Und dass die Bevölkerung Madagaskars aus Indonesien eingewandert sei. Was das für die afrikanische Musik bedeutet, kann man sich denken. Ich kann jeden Schulmusiker nur dazu ermuntern, sich dieses Buch über Fernleihe in der nächsten Uni- oder Landesbibliothek zu besorgen.
Hier kurz eine unvollständige Zusammenfassung dieses Werkes: typisch für afrikanische und javanische Xylofone sind pentatonische Stimmungen:“...both, the Africans and the Javanese use a xylophone-tuning which is pentatonic and consists of five intervals which are of equal size or very nearly so.“ [ebenda p. 115] JONES maß die Frequenzen der einzelnen Klangstäbe. Die Ergebnisse beschrieb er mittels des international und besonders in der Musikwissenschaft gebräuchlichen Cent-Systems: ein Halbtonschritt bzw. der Abstand von einem Ton zum nächsten Ton (auch oft „Halbton“ genannt) bedeuten hier 100 Cent. Denn man kann afrikanische Xylofone nicht mit unseren 12 Tönen (pro Oktave) messen. Das Cent-System ermöglicht die Angabe von Tönen mit ein 1% Genauigkeit, wenn wir als Bezugsgrösse den Abstand zwischen zwei unserer 12 Töne in der Oktave als 100% annehmen.
JONES isolierte so mehrere stets wiederkehrende Skalen-Typen. Am oberen und unteren Ende der Stabreihen seiner Xylofone fanden sich oft Hilfstöne, durch welche die pentatonischen Reihen verändert werden können. JONES zeigt eine gewisse Normierung der Instrumente auf, die regional variieren kann. In Indonesien wie Afrika existiert ein Skalenreichtum, von dem sich Europäer nur schwer eine Vorstellung machen können. Skalenreichtum lässt auf musikalische Vielfalt und Tiefe schliessen. Und damit auf eine hohe emotionale Qualität der Musik.
Es wundert angesichts der vorhandenen musikethnologischen Literatur ein wenig, dass hiesige Instrumentenbauer nicht diese Untersuchungen nutzen, um Instrumente mit wirklich neuen Klangwirkungen zu entwickeln. Stattdessen basteln unternehmungslustige Musiker eher mit elektronischen Mitteln an einer seichten Revolution des westlichen Tonsystems. Wieviel spannender wäre es doch, mit „ungewöhnlich gestimmten“ Instrumenten nach neuen psychologisch wirksamen Tonsystemen zu forschen – einfach mal jenseits von Dur und Moll….
Die norddeutsche Gauklergruppe „Planlos“ (siehe http://www.gauklergruppe-planlos.de) benutzt seit Jahren ein gut durchgeplantes Xylofon mit der pentatonischen Skala F - G# - A# - C# - G# , und der Erfolg ist magisch! Ich habe mir vor Jahren aus Palisanderholz-Abfällen Klangplatten geschliffen (ohne eine bestimmte Tonhöhe zu stimmen), die – legt man sie in aufsteigender Tonhöhe nebeneinander – in etwa der F-Dur Skala entsprechen…oder auch nicht. Nein, besser man nennt sowas „wild scale“ und ist alle Benennungs- und Definitionssorgen los. Macht Spaß, drauf rumzuklimpern!
In einigen Musikläden und Afrika-Shops gibt es aus Afrika importierte Balafone: Xylofone mit Resonanz-Kalebassen (Kürbis). Sie sind nicht nach europäischen Maßstäben gestimmt. Und meist erschwinglich.Wie wärs damit, mal „neue Musik“ auf sehr alten traditionellen Instrumenten zu erfinden? Weltmusikerfahrung der natürlichen Art….
Wo können wir hier im Norden Xylofone in ethnologischen Sammlungen ansehen? Ich fragte kürzlich das Völkerkundemuseum in Hamburg und bekam folgende Informationen: “Herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Unsere Sammlung enthält zahlreiche Xylofone aus Afrika und auch einige sehr schöne Marimbas aus Guatemala. Leider ist die gesamte Sammlung derzeit wegen unserer Umbauarbeiten eingepackt und bis mindestens 2008 nicht zugänglich. Unglücklicherweise ist auch die Computererfassung noch nicht so weit fortgeschritten, dass ich Ihnen genauere Auskünfte über unseren Bestand geben könnte. Mit freundlichen Grüßen, Prof. Dr. Wulf Köpke.”
Die ethnologische Sammlung der Uni Göttingen enthält einige Balafone. Soweit ich weiss, muss man sich nur im Institut (Theaterplatz) melden und kann die Sammlung besichtigen. Es lohnt sich!
Empfohlene Werkstatt für Xylofone und Marimbas: Marimba Musikinstrumentenbau, Westerfeldstr. 44, 33611 Bielefeld, Tel. 0521-871239. Leider haben sie immer noch keine Website, aber dafür steht ein Super-Xylofon dieser Firma in unserer Musikwerkstatt und wird tagtäglich im Unterricht eingesetzt. Es darf gern – nach Voranmeldung - besichtigt werden.
Interessant auch die Seite http://studio49.de/ wo wir auch ein Foto des „Kaffern-Klaviers“ finden. Ich finde die Instrumente aus dieser Herstellung allerdings zu teuer.
Eine hervorragende Website fand ich von „Spinnmeister“ Robert Wallnig, auf der er sehr ausführlich und uneigennützig nett zum Bau von Xylofonen ( siehe http://www.musikinstrumentenbau.de/Instrumentenbau/Stabspiele/stabspiele.htm#Xylofon) anregt. Er beschreibt jene Baudetails, die ich hier nur anreissen konnte, äusserst genau und physikalisch korrekt. Wer das liest und gerne bastelt, wird sofort in den nächsten Baumarkt stürzen, das Material kaufen und für Stunden in der (Musik-)Werkstatt verschwinden…
Foto: Firma Marimba, Bielefeld. Durch Wegnahme oder Hinzufügen eines Holzgewichtes wird die Tonhöhe des Klangstabes um 100 cent verändert.