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Das Tönchen!

Das Online-Magazin
der Musikwerkstatt-Rzeszut

 

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Dienstag, 4. Oktober 2005

DAS TÖNCHEN! zieht um und hat Geburtstag!

Pünktlich zum 1.10.2003 erblickte DAS TÖNCHEN! seine Leser zum ersten mal
aus dem Bildschirm. Sie mussten allerdings eine Brille aufsetzen: die
Nr. 1 der „Mitteilungen der Musikwerkstatt unterm Fernsehturm,
Kiel“ war sehr klein gedruckt, damit möglichst viel auf ein
Blatt ging. Kürze gehört zum Konzept – bis heute! (na
ja…. Ausnahmen gibt’s da natürlich auch). Meine Frau hatte im
Internet diesen netten Piepmatz gefunden und zunächst einmal
ratterten die Kopiergeräte: DAS TÖNCHEN! erschien in
Miniauflage und wurde hauptsächlich unter unseren Schülern
verteilt. Zwei Jahre nach diesem Stapellauf (wie wir von der Küste
sowas nennen) gab es mehrere Umbauten…

..zunächst ging es 2004 online weiter und einige Bäume stöhnten
erleichert auf! DAS TÖNCHEN! wurde der Anhänger unserer
Homepage. Es verlor sein Terminkalenderimage und mauserte sich zum
Blättchen „mit interessanten Themen“ rund um Musik und
Kultur. Unser netter Webmaster Oliver Hahn hat mehrmals aufwendig
geschriebene und mit vielen Ausrufezeichen gespickte Artikel für
uns „eingepflegt“ und war auf Aktualität bedacht: es gab ein
Fensterchen, damit ich selbst Artikel einpflegen konnte.

Diese Möglichkeit wurde aus Zeitmangel leider nicht genügend
genutzt. Im Frühjahr dieses Jahres entstand dann die Idee, sich
der anfänglichen Konzeption („Es sollten alle dran beteiligt
sein, die mitmachen möchten“) zumindest anzunähern und es
entstand die Idee zum „Blog“. Zum Begriff „Blog“ bietet
Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Blog
einen guten Einstieg.

Der neue Blog-Charakter des TÖNCHEN! ist also der vorerst letzte
Umbau: pünktlich zum Geburtstag am 1.10.05 ging es sozusagen
„online“! (Nachdem er von gewissen Kuh-KennerInnen gründlich
auf seinen Gebrauchswert getestet worden war und für
idiotensicher befunden wurde…aber das bleiben Interna.)

Nun übe ich mit dem Serendipity-Programm und heute gelang in
Zusammenarbeit mit Usha Hoernes, Kiel die erste selbst getätigte
Textedierung („Ungehobene Schätze…“) Sollten noch Setz- oder Umbruchfehler nerven: wir arbeiten dran!

Alle LeserInnen sind nun herzlich eingeladen, unsere Seite regelmässig
zu besuchen, über
interessante Themen zu lesen und selbst ihre Meinung zu äussern
(ein Klick auf „Kommentare“ öffnet ein Schreibfeld!)

Ausserdem besteht die Möglichkeit, selbst regelmässig Artikel auf
diesem Forum zu veröffentlichen, die in etwa zum angesprochenen
Themenkreis und den beschriebenen Kategorien passen sollten (ganz ohne Konzept geht es natürlich
nicht). Als Anregung wollen wir hier noch einmal den allerersten
Artikel („Das isses!“) der Nr.1 vom 1.10.2003 wortwörtlich
abdrucken.

Es ist eine gute Übung, sich hin und wieder als SchriftstellerIn
oder BerichterstatterIn zu betätigen! Einmal kommt man zu Wort,
zum anderen werden diese Worte gelesen. Was so selbstverständlich
klingt, ist überhaupt nicht selbstverständlich in einer
Zeit, wo meist nur privilegierte Redakteure und Autoren in meist
reichlich etablierten Blättern zu Wort kommen.

Die Starrheit und Klischeebeladenheit von Konzertkritiken in ganz
normalen Tageszeitungen etwa ist ein Beispiel für diese Art von
unbeabsichtigter Komik: im Wust der Superlative und intelligenten Ich-weiss-genau-worüber-ich-rede-Bemerkungen verliert mancher
Kritiker die Klarsicht und informiert garnicht mehr über das,
was er sieht. Wenn er sich dann ausführlich dazu äussert, dass er selbst alles viel besser
gemacht hätte, wird Berichterstattung über
Kultur destruktiv.

Und das, was z.B. TÖNCHEN!-Leser zu lesen bekommen, kann viel
interessanter sein, als das, was man so aus professionell erstellten
Presseberichten kennt. Man kann aber nicht sagen, dass diese von relativ wenigen Redaktionen professionell erstellten Artikel
– z.B. die über „Kultur“ - die Realität
widerspiegeln. Das kann man nur sagen, wenn möglichst viele
Verfasser von Berichten über „Kultur“ zu Wort kommen. Viele
Ansichten zu ein und demselben Thema schaffen einfach eine grössere
Objektivität. Vorausgesetzt: alle schreiben auch, was sie
wirklich meinen – und nicht: was man meinen sollte. Viele Berichte
also zu einem Konzert etwa erhöhen die Qualität von
Berichterstattung erheblich.

Es lässt sich dann – wenn genügend Meinungen vorliegen –
sogar etwas über das Wesen von „Kultur“ sagen. Denn immer
steht die Frage im Raum: was ist Kultur eigentlich? Gehört z.B.
Hausmusik zur Kultur? Ist Kultur das, was sich mit „repräsentativ“
beschreiben lässt? Ist ein industriell hergestellter Hit Kultur?
Was alles umfasst Kultur? Welche Bereiche von Kultur in unserer
Gesellschaft, in unserem Umkreis gibt es, die noch unentdeckt sind?
Nur lokal bekannt, aber vielleicht doch von allgemeinem Interesse?
Oder: ist alles Kultur, was alt ist? Ist alles Kultur, was als
„kulturwürdig“ öffentlich gefördert wird? Oder
wird längst nicht alles gefördert, was die Bezeichnung
„Kultur“ verdient?

In diesem Sinne: bloggert euch eure eigene Kulturinformation!

Wir von der Musikwerkstatt Rzeszut möchten einfach dieses informative Forum zur Verfügung stellen und sind gespannt auf eure Beiträge!
Durch Verlinkung bemühen wir uns um Breitenwirkung – doch das
braucht alles seine Zeit. DAS TÖNCHEN! Ist niemals Zustand
sondern - wie sein zweijähriges Leben zeigt - immer im Wandel –
wie auch letztlich jeder interessante kulturelle Prozess.

Geschrieben von Martin Rzeszut am 4. Oktober 2005 um 22:05 Uhr

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