Samstag, 3. Februar 2007
Arno Linksquetsch jetzt in Indien!
unglaublich, wie schnell VW-Busse fahren können…!
Soeben erreichte die TÖNCHEN! - Redaktion ein Bilddokument, das unseren TÖNCHEN! - Lesern einige Rätsel aufgeben dürfte. Die ethnomusikologische Abteilung der Musikwerkstatt hat dieses Rätsel jedoch eindeutig entschlüsseln können! Im Zentrum dieser Fotografie sehen wir Tabla-Trommeln! Tabla-Trommeln lassen eindeutig auf den Norden des indischen Subkontinentes schliessen. Unsere Feldforscher berichten auch von ähnlich begeisterten (um nicht zu sagen: ent-geisterten) Gesichtsausdrücken, die sie in Radjasthan bemerkt haben wollen: der Tablaspieler scheint entrückt in eine Welt des musikalischen Friedens! Wie schön! Solches gibt es (noch) nicht in Europa. Der aufmerksame Betrachter wird auch sofort Arno Linksquetsch erkennen: denn der Akkordeonspieler hält sein Instrument nämlich verkehrt herum, was nicht sogleich jedem auffällt, der Kenner aber sofort erkennt! Dieses “Falschherum” (wissenschaftlich als “upside-down-position” bekannt) wurde bei nordindischen Akkordeonspielern bisher noch nicht beobachtet, wird sich westlich und östlich von New Delhi allerdings jetzt rasend schnell verbreiten, weil es etwas Neues aus dem Westen ist. Neben Pandit Tabla (wie indische Meister gern genannt sein wollen) erblicken wir eine weibliche Instrumentalistin, was für indische verhgältnisse an und für sich sehr ungewöhnlich sein dürfte. Doch war es schon immer so, dass eingewanderte Europäer die europäischen Vorstellungen von Gleichberechtigung der Frau als verbrieftes Kulturwissen mit in die jeweiligen Gastländer genommen haben, wobei dies allerdings wohl eher auf die jüngere Einwanderungsgeschichte zutrifft. Natürlich sind wir neugierig, welches Instrument denn da nun ertönt! Aber da wir auch auf dem Gebiet der Instrumentenerkennung äusserst leistungsfähig sind, haben wir sofort die Antwort gefunden: dies ist eine Nückelharrpa (älteres Modell) und wurde vermutlich durch schwedische Bettelmönche (oder Bettelnonnen) im 18. Jahrhundert nach Nordindien verbracht. Betrachten wir die an der Wand hängenden und leider nur rudimentär sichtbaren Kleininstrumente, so drängt sich ebenfalls asiatisches Ambiente auf: Rahmentrommel können auch mongolischen Einfluss signalisieren und die These, es handele sich um ein Trio nordindischer Musiker mit hohem Einwanderungsfaktor wäre hiermit plausibel gestützt. Erstaunen tut die leicht gelbliche Beleuchtung. Sind etwa Kerzen hier die Ursache? Da jeder normale Inder heute elektrisch Licht sein Eigen nennt (das allerdings mehrmals am Tag aus Gründen gelegentlicher Misswirtschaft und Fehlplanung erlischt), liegt die Annahme nahe, es handele sich hier um einen nomadisierenden Stamm der Blacksmiths (Gypsies), die in Zelten leben und sich von Wandermusik und Kesselflicken ernähren. Die äusserst schlechte Qualität dieses Fotos, die wir an und für sich ja eigentlich nur aus nahöstlicher Fotografie (und hier namentlich bei Entführungsfällen!) kennen, lässt die Vermutung aufkeimen, Arno Linksquetsch sei eventuell entführt worden. Doch spricht dagegen ein gewisses Lächeln auf seinem Gesicht, was man nicht im Entführungsfalle aufsetzen wird! Also können wir vereinzelt aufkeimende und eventuell besorgniserrregende Vermutungen nahezu vernachlässigen. Arno Linksquetsch ist ein freier Mann! Wie dem auch sei: Arno Linksquetsch hat es geschafft und ist vollintegriertes Mitglied seines Gastvolkes geworden! Herzlichen Glückwunsch! nun erwartet jeder TÖNCHEN! - Leser und jede TÖNCHEN! - Leserin mit Spannung die nächsten Berichte, die doch hoffentlich bald die Redaktion erreichen werden?! Die alte These WEST MEETS EAST ist wieder einmal wahr geworden!