Dienstag, 11. Dezember 2007
Offene Folkbühne auf Hof Akkerboom geplant!
Gesucht: ein starkes Organisations-Team!

Gestern war es dann soweit: der Vorstand des Vereins Hof Akkerboom e.V.(Kultur- und Kommunikationszentrum Hof Akkerboom in Kiel/Mettenhof) zeigte deutliches Interesse bei der Vorstellung unseres Konzeptes einer sog. „Offenen Folkbühne“, wo einmal im Monat Musiker und Musikerinnen die Möglichkeit zur (kurzen) Vorstellung ihrer Musik haben sollen. Das können EinzelinterpretInnen sein, kleine und grössere Bands, sog. Amateurmusiker, Familien mit ihrer Hausmusik, Profis auf der Durchreise, MusikschülerInnen privater Folkmusikschulen oder auch Schüler und Schülerinnen öffentlicher Kieler Schulen, die sich im Musikunterricht folkmusikalisch engagieren und z.B. etwas Eigenes ausgearbeitet haben.
Das im Kern zweistündige Abendprogramm würde auf der Deele des Haupthauses oder in der Kulturscheune in gemütlicher Atmosphäre stattfinden. Snacks und Ausschank erhöhen den Genuss. ZuhörerInnen kämen mit oder ohne eigene Instrumente, würden zu gemeinsamen Tänzen oder Liedern eingeladen und das bunte Programm könnte durchaus mit einer freien Folksession unter Beteiligung aller Anwesenden abgeschlossen werden. Motto: „Musik macht Spass!“
Sowohl für Musizierende als auch für ZuhörerInnen gäbe es somit ein attraktives kulturelles Angebot, bei dem es nicht nur um passiven Kulturkonsum ginge. Eine Offene Folkbühne fördert eigenes kulturelles Engagement, etwa nach dem Motto: Kultur machen wir selbst! Wesentlich ist, den Begriff „Folk“ nicht zu eng zu sehen, aber auch nicht zu weit. Das Konzept bedarf diesbezüglich noch einer Strukturierung, denn die Erfordernisse der ländlich geprägten Räumlichkeiten einschl. Nachbarschaft zu parallel stattfindenen Veranstaltungen fordert auf jeden Fall nicht zu laute Darbietungen. Kurz gesagt: die Offene Folkbühne wird akustisch oder mit leichter Teilverstärkung durchgeführt.
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Freitag, 28. September 2007
1,5 Millionen Euro Zuschuss vom Land! - Plopp!
Das Land Schleswig-Holstein fördert die Klangkultur!
Unglaublich: haben wir – eine Handvoll Musikpädagogen - doch vor Jahren schmerzlich einsehen müssen, dass eine Förderung der Jugend Folk Band Schleswig-Holstein nicht zustande kam, weil die Mittel fehlten. So haben wir auf vierzig bis fünfzig musikpädagogisch gestützte Jugendprojekte mit Langzeitwirkung schlichtweg verzichten müssen. Eineinhalb Millionen Euro würden voll ausreichen, um locker 500 Jugendband-Projekte zu realisieren, Musikreisen zu finanzieren und ca. 10 Planstellen für die JFB-Organisation zu schaffen, ...die es leider garnicht mehr gibt.
Doch jetzt ist es endlich soweit! Zwar wird kein JFB-Projekt von diesem warmen Geldregen profitieren, doch freut es uns ausserordentlich, dass unsere Landesregierung 1,5 Millionen in die Klangforschung investiert. Das ist schliesslich viel viel besser als Jugendmusikförderung! Jawohl, das ist Kulturförderung auf hohem Niveau! Wer würde sich nicht darüber freuen!
Nun aber fördert das Land mit diesem Geld die Volksmusik! Ach ja? Kaum zu glauben….wirklich?...na endlich!
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Freitag, 10. August 2007
DIKANDA aus Szczecin spielten in Flensburg
„Vielleicht wir suchen die Melodie, manchmal die Melodie suchen uns…“

Die besten Plätze im romantischen Pastoratsgarten unter der dicken, behäbigen Marienkirche in Flensburg waren schnell und schon eine Stunde vor Konzertbeginn besetzt. Die Karten nicht ganz billig, aber angesichts der wirklich guten Musik mit 14€ pro Kopf gerade noch angemessen. Das Konzert fand im Rahmen der Veranstaltung „Flensburger Hofkultur“ statt. Samstagabend, 4. August, leicht kühl und windig, aber immerhin trocken. Man sass draussen unter freiem Himmel bei wärmender Abendsonne. Der Weinumsatz florierte. Leider hatten wir Sitzkissen vergessen.
Wir standen schon in der langen Schlange, während - für uns Schlange unsichtbar - der Soundcheck lief und ich wunderte mich: haben die jetzt ein Digeridoo? Und ein indisches Harmonium? Aha, Anias Deutsch ist besser geworden seit dem letzten Auftritt in Kiel vor drei Jahren. Und da gibt’s doch was neues in der Perkussion-Sammlung: etwa ein kleines Schlagzeug? Eine Snare? ...Nein, Zuhörer waren nicht erlaubt beim Soundcheck von DIKANDA. Schade eigentlich. Doch so steigerte sich nur die Vorfreude, die allen Besuchern auf den Gesichtern stand: sie alle mussten DIKANDA irgendwie kennen, schon mal gehört haben…
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Dienstag, 5. Juni 2007
Gelungenes Klangrausch-Festival Hösseringen vom 1. bis 3. Juni 2007
Tosende Dudelsäcke belebten Museumsdorf!

Die kleinen Strassen der Lüneburger Heide mag ich gern fahren: Alleen, Felder, der Sachsenwald, kleine Haufendörfer…hier müsste man mal Urlaub machen! Und so war es: wir machten Urlaub! Erlebnisurlaub!
Die letzten Kilometer führten uns über einen Waldweg und plötzlich sehen wir links die ersten Zelte des Museumsdorfes Hösseringen. Zelte? Jäger und Sammler aus der Mittleren Steinzeit? Ja, so muss das ausgesehen haben. Durchdringende Geräusche eines Dudelsacks, das Material und die Farben der Zelte verraten uns, dass hier eher ein rezenter Lagerplatz wandernder Musikanten zu erwarten ist.
Wir sind auf dem dreitägigen Klangrausch-Festival im Museumsdorf Suderburg-Hösseringen gelandet! Irgendwie eine besondere Welt: Zeitreise ins 19. Jahrhundert und doch erscheinen die neuen Bewohner dieses kleinen Museumsdorfes als sehr lebendige Gegenwartsmenschen. Das Festival war schon in Gang, als wir so gegen 20.00 am Freitag ankommen und der erste Workshop für HarfenspielerInnen wurde von Merit Zloch durchgeführt. Da niemand von uns Hakenharfe spielte, war unser Zuspätkommen am Freitagabend nicht weiter tragisch.
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Das letzte offizielle Klangrausch-Info vor dem Wochenende!
Mittwoch, 20. Dezember 2006
Den Oldies war die Luft zu trocken….

Am 1.Dezember abends erreichen wir Enger, das etwa zwischen Bielefeld und Herford liegt. Die Luft ist lau und beim Bummel durch die adventlich geschmückte kleine Stadt tobt lautes Lachen aus einem „Biergarten“...Biergarten? Hier in Westfalen und Anfang Dezember? Jaha, so ist das dieses Jahr eben. Ein bischen wie in Italien.
Rund um die alte Engersche Stifts-Kirche findet der sog. „Adventsbummel“ statt: zahlreiche Menschen trinken Glühwein, kleine Buden sind aufgebaut, man verkauft und kauft Adventsschmuck, die Schulen haben Stände und man kann z.B. selbst hergestellten Senf erstehen. Meine Frau wartet lange und noch länger am Kartoffelpufferstand, doch die Kartoffelpuffer haben sich ausgepuffert…nix gibt’s da nich mehr. Da muss eben dann die Bratwurst her: die örtliche Fleischerei hat einen Stand. Bratwurst in Westfalen hat Stil!
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Hugh Tracey – Musikethnologe und Kalimba-Konstrukteur aus Zimbabwe
Kämpfer gegen Apartheit mit mobilem Tonstudio durch Süd-Afrika unterwegs

Mark Holdaway erzählt auf seiner ausgesprochen gehaltreichen „Kalimba Magic“-Website (DAS TÖNCHEN! berichtete!) auch über den 1977 verstorbenen Konstrukteur und Fabrikanten jener bis heute berühmten Hugh-Tracey-Kalimbas und dessen südafrikanische Firma AMI „African Musical Instruments“. Mark’s englischsprachiger Artikel enthält einige sehr interessante Details, die mich veranlassten, das World Wide Web nach weiteren Hugh-Tracey-Spuren abzutasten. Und die Ergebnisse sind ausgesprochen gut.
Hugh Tracey wurde 1903 in Devonshire, England geboren und wanderte früh nach Zimbabwe (früher Southern Rhodesia) aus, wo sein Bruder eine Tabakfarm bewirtschaftete. Auf dieser bekam der junge Hugh einen Job und er befreundete sich sogleich mit den stets singenden und musizierenden Arbeitern und Arbeiterinnen auf der Tabakfarm. Dass diese aus Sicht der Kolonial-Herren Menschen zweiter Klasse sein sollten, sah er garnicht ein. Das waren Freunde, tolle Menschen! Erstmal lernte er ihre Sprache. Und diese Musik war magisch und traf Hugh mitten in die Seele! Im Alter von 17 jahren begann er also afrikanische Musik zu studieren. Es waren die Lieder, die Harmonien, Die Skalen, die Instrumente, die ihn reizten. Besonders die Kalimba hatte es ihm angetan: das afrikanische Daumenklavier mit der regionalen Bezeichnung „Mbira“.
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Dienstag, 5. Dezember 2006
DER LIEDERBÄR und die Kindernothilfe e.V.
...sah sich aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen gezwungen…
„Last but not least ist der Erwerb dieses Buches noch mit einem guten Zweck, nämlich einer Spende an die Kindernothilfe verbunden.“ schrieb im Jahre 2002 eine begeisterte Leserin in einer Rezension auf der Amazon-Website. Und das ist da gegenwärtig zu lesen. Diese Rezension wirbt zur Zeit also für den Kauf des Liederbären.
Doch das stimmt nicht mehr! Immerhin wurden vom Verkaufserlös der ersten und der zweiten Auflage noch Spendengelder an die Kindernothilfe abgeführt. Doch für die dritte Auflage eben nicht mehr. Bekamen die Kunden das irgendwie mit? Nein.
Wie man an der Rezension sieht, lebt diese Spendenverknüpfung immernoch in den Köpfen der Menschen weiter. In meinem ja auch, wie berichtet. Und irgendwie ist es für mich weiterhin nicht in Ordnung, dass die Kindernothilfe nicht mehr das „Symbol“ LIEDERBÄR zur Verfügung hat. Die Kindernothilfe ist nämlich in den Köpfen der Menschen garnicht so präsent! Und diese Benefiz-Aktion war seit Jahren unter Pädagogen, Musikern und Eltern bekannt. Weltweit übrigens.
Am 29.November stellte ich in Zusammenhang mit meiner Besprechung des Kinderliederbuches DER LIEDERBÄR sowohl dem Bärenreiter-Verlag als auch der Kindernothilfe e.V. die Frage, warum in der dritten Auflage des LIEDERBÄRen die Verknüpfung einer Spende mit dem Kauf des Buches nicht mehr gegeben ist.
Ich bekam sehr bald zwei sehr nette und klärende Antworten, die ich hier auszugsweise veröffentlichen möchte, da ich sie so zeittypisch finde.
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Mittwoch, 29. November 2006
DER LIEDERBÄR…wär das nicht ein Weihnachtsgeschenk?
Unser “Standard-Liederbuch”: handfest und benutzerfreundlich gebunden!
Das 2001 erschienene Liederbuch liegt nun mittlerweile in dritter Auflage vor. Es ist eigentlich nicht nur ein Kinderliederbuch, Erwachsene mögen es auch. Besonders solche, die wie ich als Kind mit Ida-Bohatta-Wichtelmann-Bildchen konfrontiert wurden. Der nette geigende Bär auf dem Coverbild könnte mein Bruder sein und die tanzenden Kinder, Tiere, Wichtel, Märchengestalten, der Apfel und der Suppentopf lassen genau jene Athmosphäre wiedererstehen, die mir als Kind so wichtig war - und mir heute noch wichtig ist.
Die schönen farbigen Abbildungen von Charlotte Panowsky (bezeichnender Weise nur ein Jahr älter als ich, hat als Kind vermutlich auch mit Ida Bohattas Wichtelmännchen Freundschaft geschlossen…) ziehen sich lustig durch das ganze Buch. Ich finde die Bilder mindestens so wichtig wie die Lieder; und beides zusammen ergibt genau die richtige Mischung zur Kinder- und Hausmusik.
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Geschrieben von
Martin Rzeszut am 29. November 2006 um 12:34 Uhr
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Dienstag, 5. September 2006
Klingt gut…?
Musikmöbel im IKEA-Sortiment
Ich bekomme ja immer ein bisschen Beklemmungen, wenn ich den IKEA-Marathon mache: was ist, wenn dieses ganze Holz mal brennt? Komm ich hier schnell genug raus? Doch ich überwinde mich und müde wie wir sind, lassen wir uns in zwei POÄNG-Sessel plumpsen. Mein Lieblingssessel (...habe ihn aber immer noch nicht).
Wir sind das DUO JOLKA. Wir haben gerade für die Eröffnung des neuen Geschäftsjahres im Haupteingang der Kieler IKEA-Filiale traditionelle schwedische Musik mit Geige und Akkordeon gespielt, genossen ein Essen im Restaurant und sehen uns nun ein bischen um.
„Was ich gut finde, sind diese eingerichteten Zimmer überall“ sagt meine Frau. „Ja, sie vermitteln eine gewisse Wohnathmosphäre.“ erwidere ich. Links um die Ecke, rechts um die Ecke, im Grunewald ist Holzauktion…“Ach, guck mal, wie schön…“ - „Ja!...aber wir haben doch schon…“ - „Ich sag ja auch nur…“ - „Ja, sehr schön.“ (Aha…da war ein Notausgang…wie tröstlich).
Doch… doch. Mir fällt was auf: da fehlt doch was!? Was ist es nur? Auf der Heimfahrt fällt es mir dann ein: es gibt rein garnichts, was man mit „Hausmusik“ irgendwie in Verbindung bringen könnte….oder ist das jetzt, weil ich Musiker bin und eben noch mein SILVETTA-Holzakkordeon spielte? (Würde jedenfalls glänzend ins Sortiment passen…siehe Bild)
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Mittwoch, 2. August 2006
Ein Jahr Freiheit
Straßenmusikanten sind ein eigenes Völkchen. Arno ist einer von ihnen. (von Bobby Langer aus Würzburg)
(pp).- Wie sie da vor den Schaufenstern und Häuserfassaden stehen, oft in ihre eigene Musik versunken, sind sie wie Menschen von einem anderen Stern. Ihre Konzerthalle ist die Straße, ihr Publikum jedermann - Straßenmusikanten.
Wenn sie im Frühling die Innenstädte beleben, dann bleiben zwar viele Menschen stehen, hören ein paar Minuten zu, zücken vielleicht auch ihr Portemonnaie für eine milde Gabe, aber dann gehen sie, meist unbeeindruckt, wieder ihrer Wege, und der Musikant auf der Straße ist schnell vergessen. Was sind das für Menschen, die wie aus dem Nichts auftauchen und Musik fürs Volk machen, offenbar keine Bettler sind, aber doch unsere Euros zum Überleben brauchen?
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Tolle, freundliche, informative und mit profunder Fachkenntnis geschriebene Rezension. Da lernt auch ein dicker Hippie noch was. Tausend goldene Fleißpunkte!