Montag, 4. Februar 2008
Kein Bundestagsmandat für militärische Kampfeinsätze in Afghanistan!
Nie wieder Angriffskriege! - Mail an die Bundesregierung
Sehr geehrter Herr Klose!
Ich fordere hiermit besonders Sie – den SPD-Aussenexperten, der sich jüngst zu Wort gemeldet hat - , des weiteren alle Menschen, besonders aber Vertreter aller politischen Parteien, Militärstrategen und andere für das Gemeinwohl und die Sicherheit unseres Landes Verantwortliche entschieden auf, jetzt und auch in Zukunft keine sog. „Quick Reaction Force“ durch die Bundeswehr im Süden Afghanistans zu befürworten oder politisch herbeizureden. Das klare NEIN aus Berlin zu solchen Einsätzen vom vergangenen Samstag spiegelt durchaus die Meinung und Stimmung in der Bevölkerung und sollte ernst genommen werden!
Das Nachkriegs-Deutschland ist ein grundsätzlich friedliches Land! Wir haben es angesichts von 60 Millionen Kriegstoten (Erster Weltkrieg nicht gerechnet) wirklich nicht nötig, von neuem mit militärischen Glanzleistungen anzugeben. Im Gegenteil sollten wir eher die Courage haben, sog. „politischem Druck“ seitens USA und Nato mit ruhigem Gewissen unseren Friedensauftrag entgegenzuhalten. Und gefragt ist da eher Friedensforschung, humanitäre Hilfe und Aufbau. Doch nicht das sinnlose Kaputtschiessen von Menschen, Häusern und Material.
Ich bin überaus enttäuscht von Ihnen, Herr Klose, dass Sie als SPD-Mann Kampfeinsätze der Bundeswehr für möglich halten und offen befürworten, wo Sie genau wissen, dass einmal das Bundestagsmandat überhaupt nicht für solche Kampfeinsätze ausreicht, zum anderen die Deutschen spätestens seit 1945 keinerlei Lust auf Kriege aller Art haben! Ich wundere mich, dass es Ihnen nicht so geht, wo Sie doch den Krieg als Kind erlebt haben.
Natürlich wollen Sie jetzt durch Ihre Sprüche die Meinung im Lande ändern. Sie möchten, dass die friedliche Grundstimmung in Kampfgeschrei umschlägt und Sie möchten andere Menschen für Angriffskriege gewinnen. Können Sie das eigentlich mit Ihrem Gewissen vereinbaren?
Ich persönlich wehre mich entschieden und mit aller Kraft gegen die Maxime, anderen Staaten und insbesondere den USA diensteifrig bei der militärischen Durchsetzung eigener wirtschaftlicher Interessen oder Machtinteressen militärisch zu helfen, wann immer die sich mal räuspern. Man sollte sie besser stoppen, solche Interessen weiter durchsetzen zu können. Für besonders unehrlich und bedenklich halte ich die Planung einer Kampeinsatztruppe unter dem Deckmantel „Friedenseinsatz“! Zum ersten Mal seit dem letzten Weltkrieg würde dann deutschen Soldaten wieder befohlen werden können, auf Menschen zu schiessen! Können Sie das wirklich mit Ihrem Gewissen vereinbaren, Herr Klose?
Kennen Sie die Technik „Frieden schaffen ohne Waffen?“ Denn wer schiesst, wird angegriffen. Hass bedingt stets neuen Hass. Gewalt macht neue Gewalt locker. Zerstörung schafft nur Zerstörung, Herr Klose! Schon während des Irak-Krieges waren Sie mit Schröders NEIN nicht einverstanden. Wollen Sie denn mit aller Gewalt zu jener Generation in Deutschland gehören, die für die langsame Entstehung eines Dritten Weltkrieges verantwortlich zeichnet? Ich jedenfalls nicht! Sie sehen ja, was eine solche Haltung, wie Sie sie haben, im Irak bewirkt? Nur unendliches Leid und Zerstörung.
Nein, Deutschland sollte besseres für Afghanistan bewirken: denken Sie bitte konstruktiv! Wir wollen keine Erweiterung des Bundestagsmandats für schnelle Kampfeinsätze! Schlimm genug zu hören, dass sie offensichtlich schon länger unter gewissen Umständen möglich waren. Ich fühle mich als Bürger dieses Landes belogen und betrogen!
Friede in aller Welt!
Martin Rzeszut
Menschenrechte • Friedensarbeit • Permalink


Tolle, freundliche, informative und mit profunder Fachkenntnis geschriebene Rezension. Da lernt auch ein dicker Hippie noch was. Tausend goldene Fleißpunkte!