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Montag, 28. Dezember 2009

Rotzfreche Asphaltkultur 1978-2010

Rotzfreche Asphaltkultur 1978-2010

Die Rotzfreche Asphaltkultur ist ein Zusammenschluß von linken und sozialkritischen Straßenkünstler_innen. Im Mai 2010 trifft sich die RAK in Kiel.

Ein Rückblick

Rotzfreche Asphaltkultur? „RAK- das sind die Anfangsbuchstaben von Rotzfreche Asphaltkultur, was wiederum die Bezeichnung für etwa hundert autonome und gesellschaftskritisch ausgerichtete Straßenmusiker und Kabarettisten ist, die sich ungefähr zweimal im Jahr treffen.“ * (1)

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Man munkelt die RAK bildete sich 1978 als Dachverband verschiedener kultureller Gruppen auf dem “Bundeskongress der Bürgerinitiativen gegen Atomkraft”. Damals strebten viele MusikerInnen eine Vernetzung zum Austausch und zur gegenseitigen Solidarität an „und plötzlich war sie da, die RAK- mit einem dicken Treffen in Braunschweig, vorbereitet von der „Grölgruppe“, und weiteren Zusammenkünften in Würzburg („Knacko und Konfetti“),Hannover( „Hannoveraner Atommusiker“),Köln („Kölner Straßenmusiker“)…“ (2)
Schon bald organisierten sich Straßenmusiker, Liedermacher, Theatergruppen, Jongleure und Clowngruppen und viel mehr Kulturschaffende untereinander. Nicht alle waren bei der RAK dabei, aber alle die wollten, konnten mitmachen; die Organisation war schon immer sehr anarchisch. Es gab keine Hierarchie und keine Vorsitzenden (und wenn es einer versucht dann wird er meistens nicht ernst genommen). Wichtiger war die Solidarität und der gegenseitige Austausch.
Von Beginn an durften bei der RAK alle mitmachen, die mitmachen wollten, soweit sie im weitesten Sinne ein „linkes“ Selbstverständnis hatten. Von SPD bist autonom war alles vertreten. Eine Tendenz zu Anarchismus und Anarchischem, sowie eine ausgeprägte Freiheitsliebe der meisten RAK-AktivistInnen waren freilich nicht zu übersehen. Innerhalb dieser Grenzen zeichnet sich diese Un-Organisation bis heute durch ihre Offenheit aus. Es wird auf Statuten, Mitgliedsbeiträge und Vorsitzende getrost verzichtet. Regeln werden in der Regel abgelehnt. Kein Wunder, denn mit dem Beginn der RAK befürchteten viele Straßenkünstler, dass sich die RAK zur „deutschen Vereinsmeierei“ entwickeln könnte.
Mitte der 80er Jahre war das gesungene politische Lied die Hauptklammer der RAK. Aufgrund von Diskussionen, ob man nicht zu sehr den moralischen Zeigefinger erhebe, begannen sich mehr und mehr RAKis in Richtung Satire, Klamauk und Kleinkunst aufzumachen. Auch Akrobatik, Jonglage und Trommeln gewann an Beliebtheit.  Dieser Trend setzte sich einerseits fort, brachte in den 90ern andererseits aber auch neue Gruppen und Leute hervor, die politische und soziale Anliegen wieder in das Zentrum ihres Programmes rückten. Die RAK wurde immer heterogener. 

„Auch der Kreis der RAK- AktivistInnen blieb vom Auf und Ab sozialer Bewegungen nicht verschont. In den ersten Jahren waren viele dieser MusikerInnen auch gleichzeitig PolitaktivistInnen und hatten eine entsprechende Praxisnähe zu dem, was sie da sangen und sagten. Das war glaubwürdig, authentisch und tatsächlich rotzfrech, wenn beispielsweise zum Sabotieren des Baus von Atomanlagen aufgerufen wurde“ (3)

In den verschiedenen Ausrichtungen der Rotzfrechen Asphaltkultur flammte immer wieder eine Diskussion auf:
Ist RAK jetzt nur “politische Lieder gegen was” spielen, oder gehört auch Straßenmusik in weitestem Sinne dazu, wie z.B. Akkordeonmusik, die einfach die Innenstädte belebt? Ist “einfach Musik machen” schon politisch genug? Wirkt man damit schon genügend gegen das Establishment?
Aber Grundsatzdiskussionen zogen sich niemals zu lange hin: Wortführer wurden einfach gepackt und an den Beinen aus dem Fenster gehalten. Erwies sich das als zu schwierig, übte man sich im Ignorieren von Kritik.

Ein Ausblick

Die Rotzfreche Asphaltkultur sieht sich bis heute in Opposition zur Massen-Konsumkultur, als publikumsnah und unkommerziell und hat viele Bands inspiriert und beeinflusst. Viele alte Bekannte waren (oder sind noch) Teil von ihr wie zum Beispiel: Milch und Blut, Der Wahre Helmut, Quetschenpaua, Klaus der Geiger und viele mehr.

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Heute gibt es eine wachsende Zahl von „jüngeren“ Bands im Umfeld der RAK. Wie zum Beispiel: Früchte des Zorns, Revolte Springen, Teds´n Grog, Schall und Rauch, Geigerzähler und viele andere mehr. Auf einem großen Revivalkonzert in Braunschweig Mai 2009 trafen sich „jung und alt“ der RAK um gemeinsam auf 30 Jahre Rotzfreche Asphaltkultur zurückzublicken. Schon dort zeichnete sich ein nächstes neues RAK-Treffen ab, welches vom 27.- 31.Mai 2010 in Kiel stattfinden wird. 
Auf der Internetseite des Treffens http://www.rak-treffen.de ist eine Art Selbstverständnis zu lesen:
„Wir sehen die Straße auch immer als Raum unsere Ideen, Kritiken und Träume in die Welt zu tragen und den grauen Alltag ordentlich auf den Kopf zu stellen. Musik allein hat zwar noch keine Gesellschafts"ordnung” umgeworfen, aber wir sehen unsere Kultur als ein Stück gelebte Utopie und glauben, dass sie unmittelbarer und direkter wirkt als verteilte Flugblätter. Trotz dem Straßenmusikverbot in vielen Städten, gingen wir immer wieder auf die Straße. Unvergessen bleiben jene Tage, in denen etwa 50 RAK-MusikerInnen Straßen und Plätze in Freiburg besetzten und immer dort musizierten, wo die Polizei gerade nicht StrassenmusikerInnen verhaftete.
Damals traf sich die RAK regelmäßig in diversen Städten wie Wuppertal, Braunschweig, Freiburg oder Bremen. Die Treffen endeten immer mit einem gemeinsamen Galaabend, an dem jede der teilnehmenden Gruppen 20 Minuten lang auftrat. Das Programm war meist sehr lang und zeigte oft ein breites Spektrum der Straßenkunst: vom anstrengenden und mit viel Inbrunst vorgetragenem “ganz linken Lied” und Spontantheater über mehr unterhaltsamere akrobatische Nummern, folkmusikalische Darbietungen bis hin zu sehr stillen Musikperformances gab es alles, was auf die Straße passte.“


Es lässt sich gespannt sein, wie sich die Rotzfrechen Asphaltkultur so entwickeln wird und welche Wege sie einschlagen wird.

RAK-TREFFEN Kiel 2010

Vom 27. - 31.Mai 2010 findet in Kooperation mit der Alten Meierei und der Hansa48 ein neues Treffen der Rotzfrechen Asphaltkultur statt. Es haben sich bereits sehr viele unterschiedliche Kulturschaffende und LiedermacherInnen angekündigt. Es wird viele Aktionen, Workshops und ein großes Galakonzert in der Hansa48 geben. Auf der Seite http://www.rak-treffen.de findet man weitere Informationen zum Treffen und zur Rotzfrechen Asphaltkultur im Allgemeinen.

(1) Klaus der Geiger: Deutschlands bekanntester Straßenmusiker erzählt.  Köln 1996 (Kiepenheuer & Wisch), S.150

(2) Klaus der Geiger. Köln 1996

(3) Interview mit Yok. Go Stop Act!-Die Kunst des kreativen Straßenprotests.Frankfurt 2005 (TrotzdemVerlag). S.107

Geschrieben von Lukas Johannsen am 28. Dezember 2009 um 13:52 Uhr
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Freitag, 27. November 2009

Neue CD von Julain’s Wake aus Kiel

CD-Release-Party morgen abend - da schubst das Schaf!

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Oh klasse! Da liegt sie, die neue und erste CD von “Julain’s Wake”: auf dem Cover blökt mich grinsend ein Schaf an. Titel “Kneipenfolk - Live im Studio” Das Label heisst “schafschubser records” ...aha, deshalb das Schaf….ja, immerhin liegen Kiel und Northumberland ungefähr auf gleicher nördlicher Breite.

Auf dieser CD geht es eindeutig um das Schaf! ...auch wenn quasi zur Tarnung das Foto zweier gemütlich schlafender (Schafhüte?-)Hunde die Scheibe ziert. Beim Anhören der CD reisst mich zu guter Letzt ein heftig lautes Schafgeschrei unmittelbar nach Track 18 heftig aus dem Sessel: no doubt about: Schleswig-Holstein gehört nun endlich zu den nördlichen britischen Inseln und ich sitze offensichtlich am Firth of Kyle!

“Julain"s Wake”  nennt sich eine äusserst sympathische Kieler Folk-Formation, die seit ca. 2006 zunächst in wechselnden Besetzungen und nun als Quartett den Kieler Kneipengängern ein festes Repertoire von ca. 25 Stücken anbietet. Die vierköpfige Band lebt und arbeitet in der Aubrook-Community, einem der kreativsten kulturellen Zentren im Raum Kiels, dem wir u.a. auch die Kleszmer-Band “Di Chuzpenics” zu verdanken haben.

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 27. November 2009 um 15:00 Uhr
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Dienstag, 10. November 2009

Neues Theaterstück im Statttheater Neumünster

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Das „statttheater Neumünster“ steht kurz vor dem 50.Geburtstag und ist somit eines der ältesten selbstverwalteten Theater in Deutschland. Man kann als Gründungsjahr des statt-Theaters, mit ruhigem Gewissen auf das Jahr 1961 festlegen.
Obwohl es schon vorher eine Theatergruppe der „Naturfreunde“ gab, trat es ab dann auch außerhalb des Mutterverbandes auf. Innerhalb der 50 Jahre wurden viel gearbeitet. Es gab politisches Kabarett, Straßentheater, Demonstrationstheater, Schülertheater, eine eigenständige Kindertheatergruppe.
Anfangs wurde sogar noch durch Jugendzentren und Schulen getourt. Es gab Akrobatikgruppen, Musikgruppen und ab und zumal wurde mit ihnen sogar auch mal nach England und Schottland getourt. Viele Generationen haben bereits am Projekt „stattTheater“ mitgewirkt und somit ein Stück Gegenkultur möglich gemacht. Ab den frühen 90ern hat sich das stattTheater eine eigene Bühne in einer alten Lederfabrik in Neumünster gebaut, die mittlerweile aus der Kulturlandschaft Neumünsters nicht mehr weg zudenken ist.
Wenn gerade keine eigene Produktion ansteht, leistet die Gruppe die derzeit aus etwa 25 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren besteht, so einiges an Kulturarbeit.

Regelmäßige Veranstaltungsreihen mit (Klein)Künstlern werden durchgeführt, und für eine Zeit lang gab es sogar eine Kinogruppe für kommunales Kino.
Derzeit befindet sich die Gruppe jedoch in einer Eigenproduktion an der einfach alles selbst gemacht wurde. Egal ob Text, Musik, Bühnenbau, Regie etc. alles wird selbst gemacht. Theater wird also „gemacht“ und nicht nur „gespielt. Die Arbeit erfolgt komplett ehrenamtlich – die Belohnung liegt in der Freude über das Geleistete und dem, was man in der Zeit gelernt hat. Ein fertiges Theaterstück wird gespielt und diskutiert, denn der Kontakt zum Publikum ist wichtig. Neue Ideen entstehen, Freundschaften werden geschlossen, Projekte geplant und durchgeführt und vieles mehr. Theater ist also unser Weg, die Vielfalt des Lebens um uns herum wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Das aktuelle Theaterstück „Schmetterling“ bewegt sich zwischen Fantasie, Trash und Horror und bietet neben fetziger Musik, auch jede Menge an Akrobatik und schwarzen Humor. Die Premiere lief am Samstag den 7.November 2009 und feierte in den lokalen Medien große Erfolge.


Quellen:
http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/artikeldetails/browse/1/article/807/eine-reise-zu-den-kreaturen-der-nacht.html
http://www.kn-online.de/lokales/neumuenster/122371-Makaber-duesterer-Theaterspass-fuer-das-Publikum.html


Aufgrund des riesigen Erfolges gibt es noch eine letzte Verlängerung:

Samstag, 9. und 16. Januar 2010, jeweils 19 Uhr und Sonntag, 10. und 17. Januar 2010, jeweils 17 Uhr

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Erhältlich in der Buchhandlung Clement (Kuhberg 9)direkt am HBF Neumünster. Kartenvorbestellungen: Tel. 04321/400596 oder unter

Geschrieben von Lukas Johannsen am 10. November 2009 um 20:45 Uhr
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Dienstag, 11. Dezember 2007

Offene Folkbühne auf Hof Akkerboom geplant!

Gesucht: ein starkes Organisations-Team!

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Gestern war es dann soweit: der Vorstand des Vereins Hof Akkerboom e.V.(Kultur- und Kommunikationszentrum Hof Akkerboom in Kiel/Mettenhof) zeigte deutliches Interesse bei der Vorstellung unseres Konzeptes einer sog. „Offenen Folkbühne“, wo einmal im Monat Musiker und Musikerinnen die Möglichkeit zur (kurzen) Vorstellung ihrer Musik haben sollen. Das können EinzelinterpretInnen sein, kleine und grössere Bands, sog. Amateurmusiker, Familien mit ihrer Hausmusik, Profis auf der Durchreise, MusikschülerInnen privater Folkmusikschulen oder auch Schüler und Schülerinnen öffentlicher Kieler Schulen, die sich im Musikunterricht folkmusikalisch engagieren und z.B. etwas Eigenes ausgearbeitet haben.

Das im Kern zweistündige Abendprogramm würde auf der Deele des Haupthauses oder in der Kulturscheune in gemütlicher Atmosphäre stattfinden. Snacks und Ausschank erhöhen den Genuss. ZuhörerInnen kämen mit oder ohne eigene Instrumente, würden zu gemeinsamen Tänzen oder Liedern eingeladen und das bunte Programm könnte durchaus mit einer freien Folksession unter Beteiligung aller Anwesenden abgeschlossen werden. Motto: „Musik macht Spass!“

Sowohl für Musizierende als auch für ZuhörerInnen gäbe es somit ein attraktives kulturelles Angebot, bei dem es nicht nur um passiven Kulturkonsum ginge. Eine Offene Folkbühne fördert eigenes kulturelles Engagement, etwa nach dem Motto: Kultur machen wir selbst! Wesentlich ist, den Begriff „Folk“ nicht zu eng zu sehen, aber auch nicht zu weit. Das Konzept bedarf diesbezüglich noch einer Strukturierung, denn die Erfordernisse der ländlich geprägten Räumlichkeiten einschl.  Nachbarschaft zu parallel stattfindenen Veranstaltungen fordert auf jeden Fall nicht zu laute Darbietungen. Kurz gesagt: die Offene Folkbühne wird akustisch oder mit leichter Teilverstärkung durchgeführt.

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 11. Dezember 2007 um 23:27 Uhr
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Montag, 19. November 2007

GRENZEnlos – NETWORK 2007

Neues Musical der Jugend in Michaelis/Kiel Hassee

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Sewodnja betritt die Bühne: Mafiasonnenbrille, coole Sprache. Fachsimpelt so ein bischen herum, über die DDR und so. Sagt, ihn hätte es damals noch garnicht gegeben, als die Wende war. Sewodnja gibt die Bühne frei und erscheint nach ein paar Sekunden oben auf der Kanzel, erzählt wieder ein bischen und bedient die Zeitmaschine: unversehens sind wir im Jahre 1987. Sewodnja hat das Spiel im Blick! Seine Augen sieht man nicht…

Musik von den Toten Hosen: “Ein Hoch auf den goldenen Westen, auf seine Werte und seinen Sieg. Doch wo ist eigentlich unsere Beute? Wo ist der Gewinn?“... „Wir laufen grinsend durch die Strassen mit Händen, die gefesselt sind. Langes Leben, kurze Leine – das ist das Prinzip.“  Wieso spielt diese Fischband nicht lauter? Dieses leise E-Schlagzeug…nää...und spielte Tilman nicht mal ne E-Gitarre? Das muss doch kreischen, mann!

Rechts die Band - links der Chor. Dazwischen die Bühne. Altar ist verhängt. Das Kirchenschiff ist mit hohen Scheinwerfertraversen überbaut. Also, bevor sie (der gegenwärtigen Mode entsprechend) diese Kirche mal abreissen sollten – ging mir durch den Kopf – wäre sie besser als schickes kleines Theater genutzt und es gäbe nur noch Musicals oder Theaterstücke…

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 19. November 2007 um 21:34 Uhr
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Freitag, 28. September 2007

1,5 Millionen Euro Zuschuss vom Land! - Plopp!

Das Land Schleswig-Holstein fördert die Klangkultur!

Unglaublich: haben wir – eine Handvoll Musikpädagogen - doch vor Jahren schmerzlich einsehen müssen, dass eine Förderung der Jugend Folk Band Schleswig-Holstein nicht zustande kam, weil die Mittel fehlten. So haben wir auf vierzig bis fünfzig musikpädagogisch gestützte Jugendprojekte mit Langzeitwirkung schlichtweg verzichten müssen. Eineinhalb Millionen Euro würden voll ausreichen, um locker 500 Jugendband-Projekte zu realisieren, Musikreisen zu finanzieren und ca. 10 Planstellen für die JFB-Organisation zu schaffen, ...die es leider garnicht mehr gibt.

Doch jetzt ist es endlich soweit! Zwar wird kein JFB-Projekt von diesem warmen Geldregen profitieren, doch freut es uns ausserordentlich, dass unsere Landesregierung 1,5 Millionen in die Klangforschung investiert. Das ist schliesslich viel viel besser als Jugendmusikförderung! Jawohl, das ist Kulturförderung auf hohem Niveau! Wer würde sich nicht darüber freuen!

Nun aber fördert das Land mit diesem Geld die Volksmusik! Ach ja? Kaum zu glauben….wirklich?...na endlich!

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 28. September 2007 um 22:53 Uhr
Kultur aktuellMartins GedankenMusikinstrumenteVolksmusikPermalink

Freitag, 10. August 2007

DIKANDA aus Szczecin spielten in Flensburg

„Vielleicht wir suchen die Melodie, manchmal die Melodie suchen uns…“

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Die besten Plätze im romantischen Pastoratsgarten unter der dicken, behäbigen Marienkirche in Flensburg waren schnell und schon eine Stunde vor Konzertbeginn besetzt. Die Karten nicht ganz billig, aber angesichts der wirklich guten Musik mit 14€ pro Kopf gerade noch angemessen. Das Konzert fand im Rahmen der Veranstaltung „Flensburger Hofkultur“ statt. Samstagabend, 4. August, leicht kühl und windig, aber immerhin trocken. Man sass draussen unter freiem Himmel bei wärmender Abendsonne. Der Weinumsatz florierte. Leider hatten wir Sitzkissen vergessen.

Wir standen schon in der langen Schlange, während - für uns Schlange unsichtbar - der Soundcheck lief und ich wunderte mich: haben die jetzt ein Digeridoo? Und ein indisches Harmonium? Aha, Anias Deutsch ist besser geworden seit dem letzten Auftritt in Kiel vor drei Jahren. Und da gibt’s doch was neues in der Perkussion-Sammlung: etwa ein kleines Schlagzeug? Eine Snare? ...Nein, Zuhörer waren nicht erlaubt beim Soundcheck von DIKANDA. Schade eigentlich. Doch so steigerte sich nur die Vorfreude, die allen Besuchern auf den Gesichtern stand: sie alle mussten DIKANDA irgendwie kennen, schon mal gehört haben…

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 10. August 2007 um 20:58 Uhr
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Dienstag, 5. Juni 2007

Gelungenes Klangrausch-Festival Hösseringen vom 1. bis 3. Juni 2007

Tosende Dudelsäcke belebten Museumsdorf!

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Die kleinen Strassen der Lüneburger Heide mag ich gern fahren: Alleen, Felder, der Sachsenwald, kleine Haufendörfer…hier müsste man mal Urlaub machen! Und so war es: wir machten Urlaub! Erlebnisurlaub!
Die letzten Kilometer führten uns über einen Waldweg und plötzlich sehen wir links die ersten Zelte des Museumsdorfes Hösseringen. Zelte? Jäger und Sammler aus der Mittleren Steinzeit? Ja, so muss das ausgesehen haben. Durchdringende Geräusche eines Dudelsacks, das Material und die Farben der Zelte verraten uns, dass hier eher ein rezenter Lagerplatz wandernder Musikanten zu erwarten ist.

Wir sind auf dem dreitägigen Klangrausch-Festival im Museumsdorf Suderburg-Hösseringen gelandet! Irgendwie eine besondere Welt: Zeitreise ins 19. Jahrhundert und doch erscheinen die neuen Bewohner dieses kleinen Museumsdorfes als sehr lebendige Gegenwartsmenschen. Das Festival war schon in Gang, als wir so gegen 20.00 am Freitag ankommen und der erste Workshop für HarfenspielerInnen wurde von Merit Zloch durchgeführt. Da niemand von uns Hakenharfe spielte, war unser Zuspätkommen am Freitagabend nicht weiter tragisch.

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 5. Juni 2007 um 19:50 Uhr
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Samstag, 3. Februar 2007

Arno Linksquetsch jetzt in Indien!

unglaublich, wie schnell VW-Busse fahren können…!

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Soeben erreichte die TÖNCHEN! - Redaktion ein Bilddokument, das unseren TÖNCHEN! - Lesern einige Rätsel aufgeben dürfte. Die ethnomusikologische Abteilung der Musikwerkstatt hat dieses Rätsel jedoch eindeutig entschlüsseln können! Im Zentrum dieser Fotografie sehen wir Tabla-Trommeln! Tabla-Trommeln lassen eindeutig auf den Norden des indischen Subkontinentes schliessen. Unsere Feldforscher berichten auch von ähnlich begeisterten (um nicht zu sagen: ent-geisterten) Gesichtsausdrücken, die sie in Radjasthan bemerkt haben wollen: der Tablaspieler scheint entrückt in eine Welt des musikalischen Friedens! Wie schön! Solches gibt es (noch) nicht in Europa. Der aufmerksame Betrachter wird auch sofort Arno Linksquetsch erkennen: denn der Akkordeonspieler hält sein Instrument nämlich verkehrt herum, was nicht sogleich jedem auffällt, der Kenner aber sofort erkennt! Dieses “Falschherum” (wissenschaftlich als “upside-down-position” bekannt) wurde bei nordindischen Akkordeonspielern bisher noch nicht beobachtet, wird sich westlich und östlich von New Delhi allerdings jetzt rasend schnell verbreiten, weil es etwas Neues aus dem Westen ist. Neben Pandit Tabla (wie indische Meister gern genannt sein wollen) erblicken wir eine weibliche Instrumentalistin, was für indische verhgältnisse an und für sich sehr ungewöhnlich sein dürfte. Doch war es schon immer so, dass eingewanderte Europäer die europäischen Vorstellungen von Gleichberechtigung der Frau als verbrieftes Kulturwissen mit in die jeweiligen Gastländer genommen haben, wobei dies allerdings wohl eher auf die jüngere Einwanderungsgeschichte zutrifft. Natürlich sind wir neugierig, welches Instrument denn da nun ertönt! Aber da wir auch auf dem Gebiet der Instrumentenerkennung äusserst leistungsfähig sind, haben wir sofort die Antwort gefunden: dies ist eine Nückelharrpa (älteres Modell) und wurde vermutlich durch schwedische Bettelmönche (oder Bettelnonnen) im 18. Jahrhundert nach Nordindien verbracht. Betrachten wir die an der Wand hängenden und leider nur rudimentär sichtbaren Kleininstrumente, so drängt sich ebenfalls asiatisches Ambiente auf: Rahmentrommel können auch mongolischen Einfluss signalisieren und die These, es handele sich um ein Trio nordindischer Musiker mit hohem Einwanderungsfaktor wäre hiermit plausibel gestützt. Erstaunen tut die leicht gelbliche Beleuchtung. Sind etwa Kerzen hier die Ursache? Da jeder normale Inder heute elektrisch Licht sein Eigen nennt (das allerdings mehrmals am Tag aus Gründen gelegentlicher Misswirtschaft und Fehlplanung erlischt), liegt die Annahme nahe, es handele sich hier um einen nomadisierenden Stamm der Blacksmiths (Gypsies), die in Zelten leben und sich von Wandermusik und Kesselflicken ernähren. Die äusserst schlechte Qualität dieses Fotos, die wir an und für sich ja eigentlich nur aus nahöstlicher Fotografie (und hier namentlich bei Entführungsfällen!) kennen, lässt die Vermutung aufkeimen, Arno Linksquetsch sei eventuell entführt worden. Doch spricht dagegen ein gewisses Lächeln auf seinem Gesicht, was man nicht im Entführungsfalle aufsetzen wird! Also können wir vereinzelt aufkeimende und eventuell besorgniserrregende Vermutungen nahezu vernachlässigen. Arno Linksquetsch ist ein freier Mann! Wie dem auch sei: Arno Linksquetsch hat es geschafft und ist vollintegriertes Mitglied seines Gastvolkes geworden! Herzlichen Glückwunsch! nun erwartet jeder TÖNCHEN! - Leser und jede TÖNCHEN! - Leserin mit Spannung die nächsten Berichte, die doch hoffentlich bald die Redaktion erreichen werden?! Die alte These WEST MEETS EAST ist wieder einmal wahr geworden!

Geschrieben von Martin Rzeszut am 3. Februar 2007 um 12:11 Uhr
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Montag, 29. Januar 2007

Der Rachmaninow-Chor singt in der Jacobikirche in Kiel

Freitagabend in Jacobi - Konzertreihe zur Finanzierung von Bauarbeiten

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Ein weiteres Konzert zum Erhalt der Bausubstanz der Kieler Jacobi-Kirche steht an: am Freitag, dem 2. Februar 07 singt der in Kiel beheimatete Rachmaninow-Chor. Er wurde 1980 unter dem Namen Kleiner Chor Kiel gegründet und widmet sich vornehmlich der Musik Osteuropas, wobei der Ostseeraum einen thematischen Schwerpunkt bildet. Orthodoxe Kirchenmusik ist ein weiterer. Eine intensive Beschäftigung mit dem Werk Rachmaninows hat zur jetzigen Namensgebung des Chores geführt. Besonderheit: jedes Werk wird in Originalsprache gesungen, um den authentischen Charakter der Musik zu bewahren. So hat der Chor im Jahre 1990 das “grösste orthodoxe A-capella-Werk”: die Vesper op. 37 von Sergej Rachmaninow in kirchenslawischer Sprache im Schleswiger Dom für Deutschland erstaufgeführt. Leiter des Chores ist der Kieler Arzt Dr. med. Gunther Strothmann. Eintritt frei…aber Scheinchen für die neuen Glasurziegel der Fassade herzlich willkommen! - Wir freuen uns auf dieses Konzert! Es beginnt um 19.30.-

Geschrieben von Martin Rzeszut am 29. Januar 2007 um 14:11 Uhr
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