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Montag, 28. Dezember 2009

Rotzfreche Asphaltkultur 1978-2010

Rotzfreche Asphaltkultur 1978-2010

Die Rotzfreche Asphaltkultur ist ein Zusammenschluß von linken und sozialkritischen Straßenkünstler_innen. Im Mai 2010 trifft sich die RAK in Kiel.

Ein Rückblick

Rotzfreche Asphaltkultur? „RAK- das sind die Anfangsbuchstaben von Rotzfreche Asphaltkultur, was wiederum die Bezeichnung für etwa hundert autonome und gesellschaftskritisch ausgerichtete Straßenmusiker und Kabarettisten ist, die sich ungefähr zweimal im Jahr treffen.“ * (1)

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Man munkelt die RAK bildete sich 1978 als Dachverband verschiedener kultureller Gruppen auf dem “Bundeskongress der Bürgerinitiativen gegen Atomkraft”. Damals strebten viele MusikerInnen eine Vernetzung zum Austausch und zur gegenseitigen Solidarität an „und plötzlich war sie da, die RAK- mit einem dicken Treffen in Braunschweig, vorbereitet von der „Grölgruppe“, und weiteren Zusammenkünften in Würzburg („Knacko und Konfetti“),Hannover( „Hannoveraner Atommusiker“),Köln („Kölner Straßenmusiker“)…“ (2)
Schon bald organisierten sich Straßenmusiker, Liedermacher, Theatergruppen, Jongleure und Clowngruppen und viel mehr Kulturschaffende untereinander. Nicht alle waren bei der RAK dabei, aber alle die wollten, konnten mitmachen; die Organisation war schon immer sehr anarchisch. Es gab keine Hierarchie und keine Vorsitzenden (und wenn es einer versucht dann wird er meistens nicht ernst genommen). Wichtiger war die Solidarität und der gegenseitige Austausch.
Von Beginn an durften bei der RAK alle mitmachen, die mitmachen wollten, soweit sie im weitesten Sinne ein „linkes“ Selbstverständnis hatten. Von SPD bist autonom war alles vertreten. Eine Tendenz zu Anarchismus und Anarchischem, sowie eine ausgeprägte Freiheitsliebe der meisten RAK-AktivistInnen waren freilich nicht zu übersehen. Innerhalb dieser Grenzen zeichnet sich diese Un-Organisation bis heute durch ihre Offenheit aus. Es wird auf Statuten, Mitgliedsbeiträge und Vorsitzende getrost verzichtet. Regeln werden in der Regel abgelehnt. Kein Wunder, denn mit dem Beginn der RAK befürchteten viele Straßenkünstler, dass sich die RAK zur „deutschen Vereinsmeierei“ entwickeln könnte.
Mitte der 80er Jahre war das gesungene politische Lied die Hauptklammer der RAK. Aufgrund von Diskussionen, ob man nicht zu sehr den moralischen Zeigefinger erhebe, begannen sich mehr und mehr RAKis in Richtung Satire, Klamauk und Kleinkunst aufzumachen. Auch Akrobatik, Jonglage und Trommeln gewann an Beliebtheit.  Dieser Trend setzte sich einerseits fort, brachte in den 90ern andererseits aber auch neue Gruppen und Leute hervor, die politische und soziale Anliegen wieder in das Zentrum ihres Programmes rückten. Die RAK wurde immer heterogener. 

„Auch der Kreis der RAK- AktivistInnen blieb vom Auf und Ab sozialer Bewegungen nicht verschont. In den ersten Jahren waren viele dieser MusikerInnen auch gleichzeitig PolitaktivistInnen und hatten eine entsprechende Praxisnähe zu dem, was sie da sangen und sagten. Das war glaubwürdig, authentisch und tatsächlich rotzfrech, wenn beispielsweise zum Sabotieren des Baus von Atomanlagen aufgerufen wurde“ (3)

In den verschiedenen Ausrichtungen der Rotzfrechen Asphaltkultur flammte immer wieder eine Diskussion auf:
Ist RAK jetzt nur “politische Lieder gegen was” spielen, oder gehört auch Straßenmusik in weitestem Sinne dazu, wie z.B. Akkordeonmusik, die einfach die Innenstädte belebt? Ist “einfach Musik machen” schon politisch genug? Wirkt man damit schon genügend gegen das Establishment?
Aber Grundsatzdiskussionen zogen sich niemals zu lange hin: Wortführer wurden einfach gepackt und an den Beinen aus dem Fenster gehalten. Erwies sich das als zu schwierig, übte man sich im Ignorieren von Kritik.

Ein Ausblick

Die Rotzfreche Asphaltkultur sieht sich bis heute in Opposition zur Massen-Konsumkultur, als publikumsnah und unkommerziell und hat viele Bands inspiriert und beeinflusst. Viele alte Bekannte waren (oder sind noch) Teil von ihr wie zum Beispiel: Milch und Blut, Der Wahre Helmut, Quetschenpaua, Klaus der Geiger und viele mehr.

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Heute gibt es eine wachsende Zahl von „jüngeren“ Bands im Umfeld der RAK. Wie zum Beispiel: Früchte des Zorns, Revolte Springen, Teds´n Grog, Schall und Rauch, Geigerzähler und viele andere mehr. Auf einem großen Revivalkonzert in Braunschweig Mai 2009 trafen sich „jung und alt“ der RAK um gemeinsam auf 30 Jahre Rotzfreche Asphaltkultur zurückzublicken. Schon dort zeichnete sich ein nächstes neues RAK-Treffen ab, welches vom 27.- 31.Mai 2010 in Kiel stattfinden wird. 
Auf der Internetseite des Treffens http://www.rak-treffen.de ist eine Art Selbstverständnis zu lesen:
„Wir sehen die Straße auch immer als Raum unsere Ideen, Kritiken und Träume in die Welt zu tragen und den grauen Alltag ordentlich auf den Kopf zu stellen. Musik allein hat zwar noch keine Gesellschafts"ordnung” umgeworfen, aber wir sehen unsere Kultur als ein Stück gelebte Utopie und glauben, dass sie unmittelbarer und direkter wirkt als verteilte Flugblätter. Trotz dem Straßenmusikverbot in vielen Städten, gingen wir immer wieder auf die Straße. Unvergessen bleiben jene Tage, in denen etwa 50 RAK-MusikerInnen Straßen und Plätze in Freiburg besetzten und immer dort musizierten, wo die Polizei gerade nicht StrassenmusikerInnen verhaftete.
Damals traf sich die RAK regelmäßig in diversen Städten wie Wuppertal, Braunschweig, Freiburg oder Bremen. Die Treffen endeten immer mit einem gemeinsamen Galaabend, an dem jede der teilnehmenden Gruppen 20 Minuten lang auftrat. Das Programm war meist sehr lang und zeigte oft ein breites Spektrum der Straßenkunst: vom anstrengenden und mit viel Inbrunst vorgetragenem “ganz linken Lied” und Spontantheater über mehr unterhaltsamere akrobatische Nummern, folkmusikalische Darbietungen bis hin zu sehr stillen Musikperformances gab es alles, was auf die Straße passte.“


Es lässt sich gespannt sein, wie sich die Rotzfrechen Asphaltkultur so entwickeln wird und welche Wege sie einschlagen wird.

RAK-TREFFEN Kiel 2010

Vom 27. - 31.Mai 2010 findet in Kooperation mit der Alten Meierei und der Hansa48 ein neues Treffen der Rotzfrechen Asphaltkultur statt. Es haben sich bereits sehr viele unterschiedliche Kulturschaffende und LiedermacherInnen angekündigt. Es wird viele Aktionen, Workshops und ein großes Galakonzert in der Hansa48 geben. Auf der Seite http://www.rak-treffen.de findet man weitere Informationen zum Treffen und zur Rotzfrechen Asphaltkultur im Allgemeinen.

(1) Klaus der Geiger: Deutschlands bekanntester Straßenmusiker erzählt.  Köln 1996 (Kiepenheuer & Wisch), S.150

(2) Klaus der Geiger. Köln 1996

(3) Interview mit Yok. Go Stop Act!-Die Kunst des kreativen Straßenprotests.Frankfurt 2005 (TrotzdemVerlag). S.107

Geschrieben von Lukas Johannsen am 28. Dezember 2009 um 13:52 Uhr
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Freitag, 27. November 2009

Neue CD von Julain’s Wake aus Kiel

CD-Release-Party morgen abend - da schubst das Schaf!

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Oh klasse! Da liegt sie, die neue und erste CD von “Julain’s Wake”: auf dem Cover blökt mich grinsend ein Schaf an. Titel “Kneipenfolk - Live im Studio” Das Label heisst “schafschubser records” ...aha, deshalb das Schaf….ja, immerhin liegen Kiel und Northumberland ungefähr auf gleicher nördlicher Breite.

Auf dieser CD geht es eindeutig um das Schaf! ...auch wenn quasi zur Tarnung das Foto zweier gemütlich schlafender (Schafhüte?-)Hunde die Scheibe ziert. Beim Anhören der CD reisst mich zu guter Letzt ein heftig lautes Schafgeschrei unmittelbar nach Track 18 heftig aus dem Sessel: no doubt about: Schleswig-Holstein gehört nun endlich zu den nördlichen britischen Inseln und ich sitze offensichtlich am Firth of Kyle!

“Julain"s Wake”  nennt sich eine äusserst sympathische Kieler Folk-Formation, die seit ca. 2006 zunächst in wechselnden Besetzungen und nun als Quartett den Kieler Kneipengängern ein festes Repertoire von ca. 25 Stücken anbietet. Die vierköpfige Band lebt und arbeitet in der Aubrook-Community, einem der kreativsten kulturellen Zentren im Raum Kiels, dem wir u.a. auch die Kleszmer-Band “Di Chuzpenics” zu verdanken haben.

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 27. November 2009 um 15:00 Uhr
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Dienstag, 10. November 2009

Neues Theaterstück im Statttheater Neumünster

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Das „statttheater Neumünster“ steht kurz vor dem 50.Geburtstag und ist somit eines der ältesten selbstverwalteten Theater in Deutschland. Man kann als Gründungsjahr des statt-Theaters, mit ruhigem Gewissen auf das Jahr 1961 festlegen.
Obwohl es schon vorher eine Theatergruppe der „Naturfreunde“ gab, trat es ab dann auch außerhalb des Mutterverbandes auf. Innerhalb der 50 Jahre wurden viel gearbeitet. Es gab politisches Kabarett, Straßentheater, Demonstrationstheater, Schülertheater, eine eigenständige Kindertheatergruppe.
Anfangs wurde sogar noch durch Jugendzentren und Schulen getourt. Es gab Akrobatikgruppen, Musikgruppen und ab und zumal wurde mit ihnen sogar auch mal nach England und Schottland getourt. Viele Generationen haben bereits am Projekt „stattTheater“ mitgewirkt und somit ein Stück Gegenkultur möglich gemacht. Ab den frühen 90ern hat sich das stattTheater eine eigene Bühne in einer alten Lederfabrik in Neumünster gebaut, die mittlerweile aus der Kulturlandschaft Neumünsters nicht mehr weg zudenken ist.
Wenn gerade keine eigene Produktion ansteht, leistet die Gruppe die derzeit aus etwa 25 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren besteht, so einiges an Kulturarbeit.

Regelmäßige Veranstaltungsreihen mit (Klein)Künstlern werden durchgeführt, und für eine Zeit lang gab es sogar eine Kinogruppe für kommunales Kino.
Derzeit befindet sich die Gruppe jedoch in einer Eigenproduktion an der einfach alles selbst gemacht wurde. Egal ob Text, Musik, Bühnenbau, Regie etc. alles wird selbst gemacht. Theater wird also „gemacht“ und nicht nur „gespielt. Die Arbeit erfolgt komplett ehrenamtlich – die Belohnung liegt in der Freude über das Geleistete und dem, was man in der Zeit gelernt hat. Ein fertiges Theaterstück wird gespielt und diskutiert, denn der Kontakt zum Publikum ist wichtig. Neue Ideen entstehen, Freundschaften werden geschlossen, Projekte geplant und durchgeführt und vieles mehr. Theater ist also unser Weg, die Vielfalt des Lebens um uns herum wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Das aktuelle Theaterstück „Schmetterling“ bewegt sich zwischen Fantasie, Trash und Horror und bietet neben fetziger Musik, auch jede Menge an Akrobatik und schwarzen Humor. Die Premiere lief am Samstag den 7.November 2009 und feierte in den lokalen Medien große Erfolge.


Quellen:
http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/artikeldetails/browse/1/article/807/eine-reise-zu-den-kreaturen-der-nacht.html
http://www.kn-online.de/lokales/neumuenster/122371-Makaber-duesterer-Theaterspass-fuer-das-Publikum.html


Aufgrund des riesigen Erfolges gibt es noch eine letzte Verlängerung:

Samstag, 9. und 16. Januar 2010, jeweils 19 Uhr und Sonntag, 10. und 17. Januar 2010, jeweils 17 Uhr

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Erhältlich in der Buchhandlung Clement (Kuhberg 9)direkt am HBF Neumünster. Kartenvorbestellungen: Tel. 04321/400596 oder unter

Geschrieben von Lukas Johannsen am 10. November 2009 um 20:45 Uhr
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Montag, 15. Juni 2009

Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum erfährt Belebung durch Museumsfreunde

wissenschaftlich gesicherte Erinnerungen an die Zukunft sollen bei Besuchern wachwerden

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Liebe TÖNCHEN!-Leser und -Leserinnen!

Unter dem Link http://web.me.com/falkmuenchbach/Website/Willkommen.html  findet Ihr eine noch provisorische Website für ein Projekt, das dem Wohle und dem künftigen Erhalt unseres Museumsdorfes Molfsee dient: „Museum in Bewegung“!


Da ich annehnme, dass Euch das Molfseemuseum einiges bedeutet (liegt es doch quasi vor der Haustür), beschreibe ich Euch hier kurz, worum es geht.


Vielleicht ist Euch aus der KN (Kieler Nachrichten) bekannt, dass das Museum im November 2008 kurz vor der Insolvenz stand. Nach Aussagen der gegenwärtigen Museumsleitung sei diese Gefahr zunächst einmal abgewendet worden und die Finanzierung sei nun vorläufig und wenigstens für kurze Zeit gesichert.


Es gibt einen enormen Handlungsbedarf im Museum, der nicht zuletzt auch durch jahrelange Mittelknappheit begründet ist. Wichtige Reparaturen an den Häusern und Mühlen müssen noch in dieser Saison durchgeführt werden. Die Besucherzahlen müssen wieder steigen, damit Geld ins Museum kommt. Vordringlich ist also, die Attraktivität des Museums insgesamt zu erhöhen. Es sollte belebter werden und so mehr Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft, in der Region, landesweit und letztlich international anlocken. Es soll zu einer Informationsdrehscheibe der Region und zu einem „Tourismusmagneten“ werden.


Das geht nicht nur mit Pinsel und Farbe, aber damit wurde kürzlich wenigstens schon mal begonnen. Das Museum braucht vor allem ein attraktives Konzept, das mit der wissenschaftlichen Konzeption natürlich im Einklang stehen muß. Und dafür setzen wir uns ein.


Wer sind wir? - Die Initiatoren dieses Projekts – zu denen ich, Martin Rzeszut gehöre - trafen sich vor Monaten im Rahmen einer Bürgerinitiative (genaueres findet Ihr unter „Impressum“ auf der Website).


Wir arbeiten mit der Leitung des Museums eng zusammen und sind jetzt soweit, dass wir mit unserem Projekt an die Öffentlichkeit gehen können. Erstmal möchten wir Euch unsere Überlegungen und Konzepte bekannt machen. Dafür dient uns der Rundbrief, der unter dem o.g. Link auf unsere Website dort abonniert werden kann ( Betreff: Abo_Molfseeinformationen) . Ihr werdet damit über die neuesten Aktivitäten und Veranstaltungen informiert. Habt Ihr gute Ideen und Anregungen, Lust zur Mitarbeit oder kennt Fachleute und Spezialisten, die vielleicht Interesse hätten, ihr Wissen einzubringen, so teilt uns das bitte auch mit dieser Mailmöglichkeit mit.


Es wäre wünschenswert, diese Mail an Freunde und Bekannte weiterzuleiten, um einmal auf die Problematik des Museums aufmerksam zu machen, zum anderen aber auch das Interesse am Museum auf breiter Basis zu wecken und damit die Besucherzahlen zu erhöhen smile Jede Einrittskarte ist wieder eine neue Chance dazu, unser schönes Freilichtmuseum auf Dauer zu erhalten.


Im Rahmen unserer Initiativgruppe widme ich mich besonders dem Thema “musikalische Belebung” - ein Thema, was im Museum jahrelang zu kurz kam. In anderen Freilichtmuseen wird Musik schon lange als Publikumsmagnet gepflegt: etwa beim sog. “Klangrausch” im Museum Hösseringen oder im dänischen Hjerl Hede. Mein Anliegen ist es u.a., zahlreichen Musikern und Musikerinnen aus der Region die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Musik zu spielen, mit anderen Musikern sich zu treffen und Sessions zu machen. Natürlich alles in Absprache mit uns und der Museumsleitung, damit alle wissenschaftlichen Aspekte einer Sammlung bäuerlicher Kulturdenkmale von solchen Aktivitäten gestützt bleiben. Näheres werden wir im Rahmen unseres Rundbriefes ausführen.


Vorerst möchten wir auf zwei von uns organisierte Veranstaltungen hinweisen:


“Musik ins Museum!” - am Mittwoch, 24. Juni findet ab 16.00 im Freilichtmuseum Molfsee ein Konzert mit Hans Dans statt. Anschliessend besteht die Möglichkeit zur musikalischen Session. Also bringt Eure Instrumente mit!

Am Freitag dem 26. Juni veranstaltet Arne Paysen “Lebendiges Schmieden” mit anschliessender Abendführung. Wir planen diese Veranstaltungen bewusst als alternative und dezentralisierte Fringe-Veranstaltungen zur Kieler Woche an, weil wir diese Art von Regional-Kultur im offiziellen Programm der Kieler Woche vermissen.


Soweit erstmal. Wäre schön, Euch dabeizuhaben!

Nette Grüsse von Martin Rzeszut

Geschrieben von Martin Rzeszut am 15. Juni 2009 um 21:07 Uhr
hier in KielPermalink

Montag, 9. März 2009

Heute auf dem Werktisch: die Sara 2 von Beltuna

...es muss nicht immer Castagnari sein

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In Hinblick auf die Frage, welches diatonische Knopfakkordeon (Holzgehäuse, zweichörig, Stimmung G/C, Stimmen in Tipo-a-mano-Qualität) ich Neueinsteigern empfehlen sollte, kam kürzlich das Thema „Beltuna“ auf.

Beltuna ist eine italienische Firma, die mir seit Jahren eigentlich nur durch die Herstellung chromatischer Akkordeons bekannt war. Der Darmstädter Diatonie-Spezialist Oliver Stoffregen schreibt auf seiner sehr informativen Website http://www.diatonie.de : “Seit 2003 fertigt Beltuna auch diatonische Modelle mit Holzkorpus für den Folk-Bereich. Diese Instrumente zeichnen sich aus durch extrem leichtgängige Mechaniken und die Verwendung ausschließlich handgefertigter Stimmen bei allen Modellen. Der Klang ist sehr brilliant im Diskant verbunden mit einem kräftigen Bass. Als Hölzer für den Korpus stehen zur Auswahl: Kirsche (hellbraun), Nußbaum (dunkelbraun) und Padouk (rotbraun).“

Zum Test schickte er mir kürzlich eine Sara 2 in Kirsche, Katalogpreis (Diatonie) 1740€, also deutlich günstiger als ähnlich ausgestattete Castagnaris (die vergleichbare Laura liegt dort bei 1960€).

Diese Sara 2 nun kam auf unseren Werktisch und wurde bei uns in der Musikwerkstatt Rzeszut in Kiel „auf Herz und Nieren“ geprüft.

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 9. März 2009 um 18:53 Uhr
AkkordeonDiatonisches AkkordeonPermalink

Montag, 24. November 2008

Offener Brief an Herrn Aussenminister Dr. Frank Walter Steinmeier

...mit der Frage, ob er bei seinem Indienbesuch Menschenrechtsverletzungen angesprochen habe

Sehr geehrter Herr Aussenminister Dr. Steinmeier!

Ihre Behörde, das Auswärtige Amt warnt per Website vor Reisen in den Distrikt Kandhamal/Orissa „wegen Ausschreitungen gegen Christen und ihre Einrichtungen“. Wie Sie wissen, handelt es sich bei diesen Ausschreitungen nicht nur um Einzelfälle, sondern um organisierte Menschenrechtsletzung in grossem Stile und mit einer gewissen Tradition und Vorgeschichte.

Die Pogrome von Orissa sind – wie Sie sicherlich selbst wissen - auch bedingt durch eine planmässige agressive Entvölkerungspolitik im Zuge von unverhältnismässigen, geradezu antisozialen Kapitalinteressen im Rahmen der von Ihnen genannten „rasanten Entwicklung“ indischer Wirtschaft, von denen letztlich nur eine dünne und sehr wohlhabende Oberschicht profitiert, während Millionen Menschen chancenlos verhungern, weil sie ihr Land und ihren Wald verloren haben. Man sollte die Ursache der Orissa-Pogrome deshalb und überaus kritisch im gesamtwirtschaftlichen Kontext des „neuen Indien“ sehen.

Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier, Ihr Wunsch „diejenigen, die dabei nicht täglich Gewinner seien, in das demokratische System zu integrieren“ - wie Sie formuliert haben - wird so wie es zur Zeit aussieht nur auf internationalen Druck hin in Erfüllung gehen!

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV, Göttingen/Berlin) entsandte unlängst den Göttinger Menschenrechtler Dr. James Albert in das betroffene Gebiet im Kandhamal – Distrikt und fordert nach Auswertung dieser Informationen nun mit Nachdruck unverzügliche juristische Aufarbeitung der pogromartigen Überfälle.

Es wurde bei diesen wissenschaftlich durchgeführten Recherchen der GfbV deutlich, dass die Pogrome in Orissa mit Wissen der dortigen kommunalen Verwaltungsebene und der indischen Bundes- und Innenbehörden geschahen und weiterhin geschehen. Alle staatlichen Institutionen haben in Sachen Aufarbeitung der Vorfälle „versagt“ bzw. ihr Desinteresse signalisiert. Die strafrechtliche Verfolgung bzw. die juristische Aufarbeitung der Morde wird nur schleppend oder garnicht aufgenommen.

Die Zustände sind so katastrophal, dass die GfbV das Einschalten des Central Bureau of Investigation (CBI) empfiehlt. Weiter rät die Göttinger Menschrechtsorganisation dazu, radikale hinduistische Organisationen (VHP, Bajrang Dal, RSS)  in ganz Indien zu verbieten, „...da ihre Agitation ethnische und religiöse Auseinandersetzungen schürt“.

Nationalen und internationalen Hilfsorganisationen wird der Zugang zu den von der Öffentlichkeit abgeschotteten Gebieten offiziell nicht gestattet. Auch der Wiederaufbau der zerstörten Häuser, Kirchen und sozialen Einrichtungen wird in keiner Weise gefördert. Flüchtlinge werden in grossen Lagern, auf engstem Raum und für unbestimmte Zeit zusammengepfercht. Die GfbV fordert grundsätzlich eine Verstärkung des Schutzes religiöser Minderheiten und ihrer Einrichtungen. „Binnenflüchtlingen muss eine menschenwürdige Rückkehr in ihre Heimatdörfer ermöglicht werden oder sie müssen bei ihren Bemühungen unterstützt werden, um in anderen Regionen des Landes Aufnahme zu finden“.

Sie – Sehr geehrter Herr Aussenminister! - waren gerade auf Indienbesuch. Haben Sie denn – neben den beschrieben Wirtschafts- und Kulturthemen – nun auch diese Pogrome angesprochen? Wenigstens liegen nach unseren Informationen dem indischen Premierminister Dr. Manmohan Singh zahlreiche Protestschreiben aus Deutschland vor (auch ich bin einer der Unterzeichner), so dass die besagte Kandhamal-Thematik sicherlich nicht unerwähnt bleiben konnte. Der Zeitpunkt für eine Kritik wäre hervorragend gewesen. Und sicherlich waren Sie und Ihr Ministerium auch von der Gesellschaft für bedrohte Völker über die Menschnrechtsverletzungen informiert worden.

Ich kann der Website des Auswärtigen Amtes allerdings und leider keinen Hinweis darauf entnehmen, dass Menschenrechtsverletzungen in Indien von Ihnen deutlich angesprochen oder kritisiert wurden. Der entsprechende Artikel über Ihren Indienbesuch (Website Auswärtiges Amt/ Stand 22.11.08) berichtet ausschliesslich und glücklich über neue wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen, aber nicht über etwa geäusserte Kritik am Umgang mit Menschenrechten.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir über Ihre Kritik am Umgang mit den Menschenrechten in Indien im Rahmen von Gesprächen mit Manmohan Singh, Außenminister Pranab Mukherjee und Oppositionsführer Lal Krishna Advani berichten könnten!

Zu meiner Person: ich bin deutscher und verantwortungsbewusster Staatsbürger, der sich für Menschenrechte einsetzt. Meiner Website (Link: http://www.musikwerkstatt-rzeszut.de/index.php/mwr/) dürfen Sie gern Informationen über meine Person bzw. zum Thema Orissa entnehmen.

Für Ihre Aufmerksamkeit herzlichen Dank! Ich erwarte Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüssen,

Martin Rzeszut aus Kiel

 

 

Geschrieben von Martin Rzeszut am 24. November 2008 um 12:38 Uhr
AllgemeinesPermalink

Samstag, 22. November 2008

Der Orissa-Report: Verfolgung von Christen im indischen Bundesstaat Orissa

Bericht von Dr. James Albert und Ulrich Delius, GfbV Göttingen

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Im Folgenden nun der im TÖNCHEN! am 22.Nov. angekündigte „Orissa-Report“ von Dr. James Albert und Ulrich Delius.

Der Hintergrund:  Ende Oktober /Anfang November dieses Jahres gelang es Dr. Albert mittels einer offiziellen Genehmigung von indischer Seite die von der Außenwelt abgeriegelte Krisenregion von Bhubaneswar aus zu besuchen. Wie er vermutet waren er, sein Fahrer und ein Dolmetscher (für die lokalen Dialekte) die ersten Augenzeugen einer Hilfsorganisation. Sie durften die betroffene Gegend drei Tage lang besuchen und einige Flüchtlingslager besichtigen. Dr. Albert führte dabei und im Auftrag der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zahlreiche Interviews mit vertriebenen Christen durch und fotografierte Zerstörung und Leid.

Die Kapitel 1 und 2 wurden bereits im TÖNCHEN!-Artikel „Ghandis zweiter Tod   – Christenverfolgungen in Indien -Bestandsaufnahme und Hintergründe“ zitiert bzw. referiert. Dort finden TÖNCHEN! - LeserInnen auch Kommentare von Dr. James Albert, die im Rahmen von Exklusivinterviews aufgezeichnet wurden.

Hier werden nun die Kapitel 3 bis 18 dieser Veröffentlichung der Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen unverändert und unkommentiert wiedergegeben.

TÖNCHEN! macht darauf aufmerksam, dass die Lektüre dieses Artikels für Kinder unter 16 Jahren ungeeignet ist. Die Schilderungen sind zu grausam. Ich bitte um Verständnis.

Alle Abbildungen in diesem Artikel zeigen Flüchtlingslager und Menschen in den besprochenen Gebieten und wurden der TÖNCHEN! - Redaktion freundlicherweise für diese Veröffentlichung zur Verfügung gestellt - Herzlichen Dank! [Alle Fotos Dr. James Albert im Auftrag der GfbV]

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 22. November 2008 um 23:36 Uhr
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Bestandsaufnahme und Hintergründe

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Es brennt im wahrsten Sinne des Wortes! Schon seit längerem werden – nahezu unbemerkt von der westlichen Welt – über 50 000 Christen im Kandhamal-Distrikt (Orissa) in Indien von radikalen Hindu wegen ihres Glaubens bedroht und auch zwangsweise zum hinduistischen Glauben „bekehrt“.  Die Dächer ihrer Häuser werden eingerissen oder die Häuser werden gleich angezündet. Plündernde, vergewaltigende, mordende und brandschatzende Horden nationalistisch, faschistisch denkender Hindus ziehen durch die Dörfer. Christen werden willkürlich verhaftet, ermordet und aus ihren Dörfern vertrieben.

Acht grosse Flüchtlingslager sind entstanden. Christlichen Ureinwohnern droht bei der Rückkehr in ihre Heimatdörfer der Tod. Mehrere Rückkehrer, die sich nicht zwangsweise zum Hinduismus konvertieren ließen, wurden bereits ermordet. Mordpraktiken sind das Aufschlitzen von Kehlen, das Enthaupten mit Beilen oder das Anzünden der Menschen nach Übergiessen mit Kerosin.

Der Westen guckt bisher noch weg!

Die Catholic Union, Chandigarh berichtete gestern per Mail an die Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen: „The states of Orissa, Chhattisgarh, Madhya Pradesh, Karnataka, Tamil Nadu and Uttaranchal have been severely affected. In Orissa, over 4,500 houses have been burnt and 300 villages purged ofall Christians in the worst case of ‘ethnic cleansing’ in Independent India. Over 50,000 are homeless, ten thousand of them in government camps. We have the names of Sixty dead and close to Ninety men are still reported missing and may be dead in the forest. Independent probes have spoken of clandestine disposal of bodies. School children are without education, babies without infant food, and families without warm clothes in the cold hill tract.“ [zitiert aus einer Pressemitteilung per Mail von Dr John Dayal, National Integration Council member, Chandigarh, November 20, 2008 an die GfbV]

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 22. November 2008 um 1:04 Uhr
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Donnerstag, 20. November 2008

Protect Christians in India!

Offener Brief an den indischen Premierminister Dr. Manmohan Singh

Dear Prime Minister,

I am extremely concerned about the violence against Christians in several Indian states. Especially in Kandhamal district, in the state of Orissa, anti-Christian violence escalated in recent weeks. At least 50 Christians were killed by Hindu fanatics - many of them burnt alive. 4.300 houses were destroyed and more than 50.000 people displaced.

You have stated that violence against Christians is unacceptable and that local governments must ensure law and order. However, deadly attacks continue.

I urge your government to vigorously combat such violence and bring the perpetrators to court. Please arrest and punish also those who incite violence against religious minorities and impose a ban on extremist organizations and parties which promote hate and violence.

Last year, a fanatic Hindu mob attacked a peaceful Christian community in Brahminigaon/Orissa who was just preparing to celebrate Christmas, on the morning of 24th December 2007. Please assure that this will not happen again this year, and take appropriate measures to protect the threatened Christian communities from further attacks, especially during the Christmas days.

Yours sincerely,

Martin Rzeszut, Kiel, Germany

Auch Sie können helfen: Link zur Gesellschaft für bedrohte Völker: http://www.gfbv.de/emailprot.php?id=174

Geschrieben von Martin Rzeszut am 20. November 2008 um 11:20 Uhr
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Dienstag, 18. November 2008

Ma-Ma-Ma-Ma-Ma-Maske – Total NORMal

Network 2008 – Neues Musical in der Michaeliskirche, Kiel/Hassee

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Abendgottesdienst am Volkstrauersonntag in der Michaeliskirche in Kiel/Hassee: Pastorin Bettina Hansen begrüsst die Gemeinde in der fast vollen Kirche. Dann der Text über das abgeschlagene Ohr des Malchus, Verrat in der Nacht und am frühen Morgen krähte dann der Hahn. Wie fühlt man sich als bester Freund nach so einem Verrat? .......Die Glocke der Michaeliskirche schwingt sich ein und verkündet mit dem ersten Glockenschlag: „Vater unser im Himmel….geheiligt werde Dein Name…“

Um Zweifeln vorzubeugen: es handelt sich hier wirklich um einen Artikel über ein von Jugendlichen aufgeführtes Musical. Ein wirkliches Musical innerhalb eines wirklichen Gottesdienstes.  „Total NORMal“ heisst es und ist ein Konfirmanden-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Michaelis-Team unter Leitung von Petra Dahmke, Bettina Hansen, Arne Voß, Joachim Voesch, Kay Lakotta, Tim Brunnenkant und Patrik Nath.  Nicht nur Konfirmanden und Konfirmandinnen des hiesigen Jahrgangs sind dabei: auch ältere Jugendliche, die man schon mehrmals in NETWORK-Projekten gesehen und gehört hat spielen mit. Ein schönes Miteinander aller Altersgruppen: ein echtes NETWORK -Team.

Im sehr gut aufgemachten Programmheft (enthält die Story, die Liedtexte und Informationen über die Arbeit am Musical/dieses Jahr wieder in zwei Grössen erhältlich) lesen wir: „Auf einer sehr emotionalen Freizeit im Juni entschieden wir uns für das Thema ‘Mobbing in der Schule’, einem Thema, bei dem sie alle eigene Erfahrungen zu berichten hatten und keine dieser Erfahrungen waren lustig oder schön…“

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Geschrieben von Martin Rzeszut am 18. November 2008 um 19:12 Uhr
Michaelis Gemeinde KielPermalink
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