Musikwerkstatt Rzeszut

Musikunterricht – Duo Jolka – Das Tönchen!

 

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Wir über uns

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Hildegard Jolanta Rzeszut

 

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Geboren in Südpolen (Oberschlesien) wuchs ich bis zum 8.Lebensjahr in deutsch-polnischer Umgebung auf. Ich hörte meine Mutter singen und meinen Vater Geige spielen. Sie sangen und spielten u.a. polnische Lieder, deren Melodien und Texte mir noch heute in den Ohren klingen. Natürlich brauchte ich das Singen unter solchen Umständen nicht zu “lernen”: es liess sich einfach nicht umgehen, dass ich sang.

Aus der Erinnerung an diese Lieder heraus entwickelte sich meine Vorliebe für osteuropäische Klänge, die mein Mann mit mir teilt. Wir nahmen daher viele polnische Lieder und osteuropäische Stücke in unser Musikprogramm auf, mit dem wir unter der Bezeichnung Duo Jolka auf Feiern aller Art, aber auch auf Folkfestivals spielen. Der Name “Jolka” verweist auf diesen osteuropäischen Schwerpunkt, denn “Jolka” wurde ich als Kind genannt. Es ist die Kurzform von “Jolanta”, dem polnischen Namen, den ich zusammen mit dem deutschen Namen “Hildegard” erhielt.

Musik war schon immer ein Hauptbestandteil meines Lebens und wird es immer mehr. Seit Mitte der 60ger Jahre spiele ich Klavier und Akkordeon. Ich singe für mein Leben gern - nicht nur im Chor, sondern überall, wo ich gehe und stehe. Seitdem ich vor mehreren Jahren die Folk-Musik kennenlernte, mag ich nichts anderes mehr tun als Musikmachen. Endlich fand ich den Mut, Geige zu lernen. Da ich ja mit Geigenspiel aufgewachsen bin, hatte ich mir immer gewünscht, die Lieder, die mein Vater gespielt hatte, selbst spielen zu können. Da ich mich als Folkmusikerin verstehe, muss ich nicht mit jener Perfektion spielen, die man von der klassisch gespielten Geige kennt. Mir gefällt schon, wie ich meine Geige spiele. Besonders auch, was ich darauf spiele. So denke ich, wird das, was mir Spass macht, auch anderen Spass machen.- Und sicherlich bekommen durch mein Geigenspiel wieder andere Lust zum einfachen und mehr volksmusikalischen Musizieren.

Martin Rzeszut

Auch ich wuchs wie meine Frau unter sehr musikalischen Verhältnissen im Bielefelder Umland auf und singe seit meiner frühsten Kindheit. Besonders meine Mutter, die als Musik- und Rhythmiklehrerin (“Orffmusik”) arbeitete und aus Nordostpolen (Elbing) stammte, erzog mich geradezu elementar musisch: Flöte lernen ab 4 Jahren, Noten schreiben ab 5. Rhythmisches Gruppenmusizieren in allen Flötengruppen der Volksschule war für mich ein “Muss”. Singen war nicht nur einfach singen, sondern - wie oft bei Schulmusikern üblich - nur “in mehreren Stimmen” oder “im Kanon” akzeptiert. Ich lernte auch zweite Stimmen zu improvisieren (“wie man das damals in der Kaschubei und in Masuren machte”), und meist waren das sehr wehmütige und traurige Lieder, aber schöne. Das Liedrepertoire meiner Mutter - sie ging nicht ohne Gitarre in die Klassen - war sehr umfassend: osteuropäisches, viele Lieder aus Masuren, aber auch die typischen Volkslieder (“Bärenreiterverlag”).

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Meine Mutter arbeitete in mehreren Arbeitskreisen für Hausmusik und Schulmusik, schrieb pädagogische Artikel in Fachzeitschriften und probierte natürlich alle neuen Pädagogiken, Musiziermethoden und alle elementare Musik zuerst an und mit mir zusammen aus. Bei der Vorbereitung von Tagungen - wo meine Mutter oft als Referentin für Rhythmik bzw. Orffmusik arbeitete - wurden zunächst alle praktischen Übungen zusammen mit mir ausprobiert. Ich konnte Xylofon aus dem ff spielen! Tambourine und Triangeln aller Art begleiteten mich die ersten 15 Jahre meines Lebens. Auch Gitarre war irgendwie von Bedeutung und sämtliche Renaissanceinstrumente.


Mein Vater spielte neben etwas Blockflöte besonders am Grundig-Tonbandgerät: am Sonntagvormittag musizierte deshalb meist die “Capella Coloniensis” unter August Wenzinger in unserer Wohnung. Er war Feintechniker bzw. Elektroniker und brachte mir alle Grundlagen der Metall-/Elektrotechnik bei: ich musste Feilen lernen, an der Drehbank arbeiten, elektronische Schaltkreise zusammenlöten u.v.a.m.

Mein Vater weihte mich auch in die Geheimnisse der Radiotechnik bzw. der Verstärkertechnik ein. Lautsprecherforschung war eins seiner Spezialgebiete (und meines dann bald auch). In der ganzen Wohnung hingen in jedem Zimmer Lautsprecher. Sein erstes 6-röhriges Radio mit “Innenantenne”, “Kinoskala” und “elektrodynamischem Lautsprecher” wurde 1941 von der Firma Sachsenwerk gebaut.


1956 hatten wir dann eine Musiktruhe der Firma Braun. Mein Vater nahm mich (vierjährig) mit zu Schallplattenaufnahmen in die Bielefelder “Oetkerhalle”, die der WDR dort mit der “Capella Coloniensis” aufnahm. Die schwere graugehäusige Aufnahmetechnik und die dicken Kabel auf dem Boden gehören zu meinen “wichtigen Erinnerungen”.

Ich hörte in meiner Kindheit extrem viel Radio. Der WDR sendete damals sehr oft Volksmusik, u.a. Georg Espitalier auf dem Akkordeon, der osteuropäische Musik spielte. Gottfried Wolters mit seinem Chor war die Lieblingssendung meiner Mutter. Natürlich interessierte mich auch alle Art von Tanzmusik, die damals noch mit Volksmusikelementen vermischt war: Perkussion und Akkordeon gehörten zum Jazz der 60iger. Alle diese Musik hat mein Musikverständnis deutlich geprägt!

Das Akkordeon begeisterte mich dann Mitte der 60iger Jahre, aber so richtig. Die “Alkoholmusik”, die man meist darauf spielte (ich wuchs neben einem Bierverlag im Dorf auf), gefiel mir nicht. Guten Unterricht mit Musik nach meinem Geschmack gab es nicht: “Unterhaltungsmusik” wurde überall unterrichtet. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mir das Akkordeon (ein sehr gut klingendes Hohner Concerto II) selbst beizubringen. Dies war extrem zeitraubend, und ich geriet in sehr viele “Sackgassen” (z.B. in Sachen Fingersatz), vor denen ich heute allerdings meine Schüler aus wirklicher Überzeugung - da selbsterfahren - warnen kann. Vermutlich verursacht durch meine musikalische Prägung spielte ich grundtonbezogene Musik, wobei der Akkordeon-Bass als Ostinato eingesetzt wurde, auf dem ich stundenlang im Diskant Melodien erfand (diese Technik wird heute immer noch von mir eingesetzt!). Kein Wunder, dass ich eigentlich bis heute Mittelaltermusik, Renaissancemusik oder Frühbarockes mit zu meiner Volksmusik zähle. Die Grundtonbezogenheit und meine Vorliebe für Kirchentonarten ist typisch für mich.

 

Kurz zu den weiteren Stationen meines musikalischen Lebens (bevor ich nach Kiel kam):

  • 70iger Jahre in Göttingen während des Studiums Musik in Folkgruppen.
  • 1979/80 Indienfahrt mit Musikstudium, erste Veröffentlichungen eigener Kompositionen (“Tänze und Spielstücke”).
  • Anfang 80iger intensive musiktherapeutische Arbeit in den Wahrendorffschen Krankenanstalten bei Hannover: Aufbau einer Patienten-Musikgruppe im Langzeitbereich, danach viel Soloarbeit und Folk-Jazz-Erfahrung,
  • 1985 bis 88 Instrumentenbauphase (zusammen mit einem Schreiner) in Biberach a.d. Riss: Bau von Leiern für Musiktherapie. Entwicklung von musikalischem Kinderspielzeug.
  • 1988 bis 92 wohnhaft in Schottland (Edinburgh, später Falkland/Fife), Aufbau einer Akkordeonwerkstatt und Arbeit als Schlagzeuger in Folk-,Tanz- und Jazzbands (“Travel Agents”/“The Famous Herculean Dance Band”/“Dave Jeffcoat’s Big Band” u.a.).
  • Von 84 bis 95 Duoarbeit mit dem indischen Tablaspieler Bala Prasad: indische Rhythmik trifft auf meine Kompositionen, Improvisationen sowie auf westliche Folk- und Renaissancemusik (Duo “Yatra”, Göttingen).
  • 1995 gründete ich in meinem Fachwerkhaus bei Enger/Kr. Herford das als Musikwerkstatt geplante “Atelier Sonnenbrink”: Treffpunkt für Musiker sowie Veranstaltungsort für “musikalische Pfingsttreffen”. Höhepunkt war ein schottischer Ceilidh-Abend mit danz op de deel.

Seit 1998 Aufbau der “Musikwerkstatt unterm Fernsehturm” in Kiel-Hassee, Akkordeon- und Rhythmikunterricht. Gründung der “Jugend Folk Band Schleswig-Holstein” einschliesslich Erarbeitung der pädagogischen Konzeption. Seit 2000 spiele ich zusammen mit meiner Frau im Duo Jolka (das aber erst mit dem Auftritt auf dem TFF Rudolstadt 2002 so richtig durchstartete). In den letzten Jahren verstärkt Kompositionsarbeit (meine Musik wird im Herbst 2004 erneut in Buchform erscheinen). Bandarbeit mit der Kieler Folk-Jazz-Formation “Feinschwing”, die ausschliesslich selbst komponiertes Material aller Mitglieder spielt (www.feinschwing.de).

 


Aquarell: Gudrun Maria Hinz – 2003

www.gudrun-maria-hinz.de